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Eine Neuerung: Alle Türen gehen auf – auch wenn wie hier am Hirschgarten niemand aus- oder einsteigt.

Bahn zieht erste Bilanz

S-Bahn: Das „zentrale Öffnen“ klappt – fast immer

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München – Nach den ersten beiden Wochen mit dem zentralen Öffnen der S-Bahn-Türen auf der Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof zieht die Deutsche Bahn eine Bilanz.

„Die ersten Beobachtungen zeigen, dass ein Zeitgewinn entsteht“, erklärte ein Bahnsprecher gegenüber unserer Zeitung. Für eine statistische Auswertung sei es aber zu früh.

Das zentrale Öffnen war mit Beginn des Winterfahrplans eingeführt worden. Ziel ist es, auf der Stammstrecke wertvolle Sekunden einzusparen. Die Bahn glaubt, dass das zentrale Öffnen schneller geht, als wenn die Fahrgäste individuell die Türen öffnen. Ganz problemlos verlief die Umstellung aber nicht. Denn das gleichzeitige Öffnen aller Türen erfolgt nicht automatisiert, vielmehr muss der Lokführer einen Knopf drücken. Manche haben das in der Anlaufphase vergessen, zumal die Türen an den Außenästen wie gehabt von Fahrgästen geöffnet werden. „Anfangs stellten wir fest, dass es doch ein paar Tage dauerte, bis sich alles gut eingespielt hatte“, erklärte der Sprecher. „In der ersten Woche klappten die neuen Handlungsabläufe noch nicht bei allen Lokführern.“ Daraufhin seien sie an die „konsequente Anwendung“ erinnert worden. Nun „können wir davon ausgehen, dass bei weit mehr als 95 Prozent der Zughalte die neuen Bedienhandlungen zuverlässig ausgeführt werden“.

Lokführer sind unter Zeitdruck

Die kleinen Nachlässigkeiten am Anfang erklärt der Bahnsprecher damit, dass die Lokführer unter Zeitdruck konzentriert auf folgendes zu achten hätten:

-das zentrales Öffnen dürfe nur in der Stammstrecke praktiziert werden (nicht aber außerhalb) und nur von 6 bis 22 Uhr (und nicht vorher oder nachher).

-an den Stationen Hauptbahnhof, Stachus und Marienplatz müssen auf beiden Seiten die Türen frei gegeben werden, an den anderen Stationen jeweils nur eine Seite.

Das interne Reglement der Bahn schreibt vor, dass der Lokführer nach 15 Sekunden die Türen zentral schließen soll, sofern kein sehr großer Andrang beim Fahrgastwechsel ist. Damit soll im Winter ein Auskühlen des Innenraums verhindert werden.

Auch zwei weitere Neuerungen sollen beibehalten werden: zum einen das manchmal nervende schrille Pfeifen, wenn sich die Türen öffnen – die Bahn begründet das mit einer EU-Vorschrift. Zum zweiten das Überfahren von Haltestellen, um im Fall von massiven Verspätungen wertvolle Minuten reinzuholen. Beide Maßnahmen hatten unter Fahrgästen für Unmut gesorgt. Zum Trost kann die S-Bahn auf einen ordentlichen Pünktlichkeitswert verweisen: Im Dezember lag er bei 96,7 Prozent.

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