S-Bahn Nürnberg: Noch monatelange Behinderungen 

Nürnberg - Schlechte Nachricht für alle S-Bahn-Fahrer in Nürnberg: Sie müssen sich auf den Strecken des erweiterten Schnellbahnnetzes noch etliche Monate auf Behinderungen einstellen. 

So könnten einige Bauarbeiten erst im Frühjahr, andere erst zum Jahresende abgeschlossen werden, räumte die Deutsche Bahn (DB) am Dienstag in Nürnberg ein. “Wir mussten leider im Dezember feststellen: Das klappt nicht so, wie wir uns das erhofft hatten“, stellte die Geschäftsleiterin von DB Regio Franken, Anja Steidl, fest. Ein Grund sei der harte Winter. Zugleich räumte sie Planungsfehler ein.

Ein Maßnahmepaket solle allerdings die Verspätungen auf den im Dezember 2010 in Betrieb genommenen Streckenabschnitten in Grenzen halten. Inzwischen verkehrten im Schnitt 90 Prozent der S-Bahn-Züge pünktlich. Im Dezember war nach Steidls Angaben ein Viertel aller Züge unpünktlich gewesen. Die Bahn habe dazu den Fahrplan verändert, weitere Lokführer bereitgestellt und die Leitzentrale verstärkt. Auch werde die S 1 künftig nicht mehr in Hartmannshof (Landkreis Nürnberger Land) auf verspätete Regionalzüge warten.

Die Verspätungen auf der S-Bahn-Linie 3 Nürnberg-Neumarkt will die Bahn bis Ostern in den Griff bekommen haben. Bis dahin sollen nach Angaben von Sirko Kellner vom DB Netz Nürnberg bei Feucht endlich zwei Weichen eingebaut werden, mit denen dann das neu gebaute S-Bahngleis genutzt werden könne. Der Einbau habe wegen starker Schneefälle Angang Dezember gestoppt werden müssen. Die Folge: Die S-Bahn müsse in diesem Abschnitt das Ferngleis benutzen, was immer wieder zu Zwangstopps der S-Bahnen führe.

Unklar sei noch, wann die zum S-Bahn-Start bestellten modernen S-Bahn-Züge der Firma Bombardier bereitstünden. Noch immer fehlen ihnen die Zulassung, berichtete die fränkische DB-Regio-Chefin. Das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn teilte am Dienstag mit, die Firma Bombardier habe noch immer nicht den Sicherheitsnachweis erbracht, der für die Zulassung erforderlich sei. Als Ersatz für die 42 S-Bahn-Wagen setzt die Bahn aus Nordrhein-Westfalen ausgeliehene konventionelle Regionalzüge ein.

In drei Jahre dauernden Bauarbeiten hatte die Deutsche Bahn das S- Bahn-Netz in Nürnberg und im Umland auf das Dreifache ausgebaut. Von Nürnberg aus fahren die S-Bahnen seit Mitte Dezember 2010 nach Ansbach, Hartmannshof, Neumarkt in der Oberpfalz sowie Forchheim und Bamberg. Ganz abgeschlossen ist das 400 Millionen Euro teure Großprojekt aber noch nicht. An vielen Streckenabschnitten und Bahnhöfen wird noch gebaut, auch weil der Wintereinbruch die Arbeiten bremste.

dpa

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