S-Bahn verspricht: Kein Herbstchaos mehr

München - Drei Jahre lang ist die S-Bahn München auf dem Herbstlaub ausgerutscht. Das soll nicht wieder passieren, verspricht der S-Bahn-Chef. Zumindest in einen Teil der S-Bahn-Flotte dürfen jetzt Besandungsanlagen eingebaut werden.

Als Bernhard Weisser Anfang 2009 Geschäftsleiter der S-Bahn München wurde, erbte er ein Problem: Regelmäßig zu Herbstbeginn Mitte September musste die S-Bahn Züge aus dem Fahrplan streichen, weil das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 120 verhängte – im Sommer können die S-Bahnen auf längeren Strecken auch bis zu 140 km/h schnell sein.

Grund für das Tempolimit: Im Herbst bildet sich oft ein Schmierfilm aus Laub und Nieselregen, der den Bremsweg der S-Bahnen im Falle von plötzlich notwendigen Schnellbremsungen verlängert. Die Lösung des Problems war schnell gefunden – zumindest theoretisch: Durch den Einbau von zusätzlichen Sandkästen kann mehr Sand auf die Gleise gestreut und so durch höhere Reibung der Bremsweg verkürzt werden. Doch das EBA stellte sich lange quer – unter anderem deshalb, weil die Sandbehälter das Gewicht der Züge insgesamt erhöhen, was wiederum Einfluss auf die Bremsgeschwindigkeit hat.

Am 20. Juli aber bekam S-Bahn-Chef Weisser erfreuliche Post vom EBA: Für 105 S-Bahnen wurde der Einbau von je acht Sandkästen unter den Radachsen genehmigt. Für den Einbau der Sandkästen investiert die S-Bahn 42 Millionen Euro – „wir gehen in die Vollen, um unser Ziel zu erreichen“, sagt Weisser. Für weitere 133 Fahrzeuge hofft Weisser auf eine „zeitnahe“ Genehmigung, um sie mit Sandkästen nachrüsten zu können. Dazu muss man wissen, dass bei den insgesamt 238 S-Bahnen für die Fahrgäste kaum erkennbare technische Unterschiede bestehen. Es gibt die Bauserien 1 und 2 – und nur für die etwas später angeschaffte zweite Bauserie wurde die Genehmigung erteilt.

Da der Einbau der Kästen hier bereits fast abgeschlossen ist, bleiben die täglich 800 000 Fahrgäste im kommenden Herbst von den früher üblichen Einschränkungen verschont, verspricht Weisser. Die S-Bahnen werden fast wie gewohnt fahren. Das bedeutet konkret zum Beispiel, dass die S 7 aus Wolfratshausen nicht mehr am Hauptbahnhof enden, sondern durch den Innenstadt-Tunnel fahren wird. Einzige Einschränkung: Im Berufsverkehr entfallen sogenannte Verstärkerzüge der S 8 zwischen Weßling und Ostbahnhof, so dass bei der Flughafenlinie auch in der Früh und am Abend ein 20- statt ein 10-Minuten-Takt bestehen wird.

Dirk Walter

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