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Bassbariton Evgeny Nikitin

Sänger Nikitin bestreitet Hakenkreuz-Tattoo

Bayreuth - Was denn jetzt? Erst bereute der russische Bassbariton Evgeny Nikitin seine Hakenkreuz-Tätowierung, jetzt sagt er, er habe nie eine getragen.

„Ein Tattoo zu stechen ist ein langwieriger, schmerzhafter Prozess“, sagte Nikitin dem „Spiegel“. „Tattoos, die größere Teile der Haut bedecken, macht man in Teilschritten, so auch meins.“ Frühere Videoaufnahmen, die in Bayreuth zum Skandal geführt hatten, seien nur der Anfang gewesen. „Auf dem Video sieht es so aus: dicke, breite Linien, in denen man ein Hakenkreuz zu erkennen glaubt. Inzwischen sieht es aus wie ein achtstrahliger Stern, so wie ich es immer wollte.“

Ursprünglich hatte der Sänger in einer schriftlichen Erklärung verlauten lassen, die Hautgemälde seien ein großer Fehler aus seiner Jugend gewesen und er wünsche sich rückblickend, er hätte "es niemals getan". Das Hakenkreuz auf seiner Brust sei inzwischen mit einem farbigen Tattoo überstochen.

„Der Tatsache, dass die Konturen des Tattoos im Anfangsstadium einem Hakenkreuz ähneln, habe ich keinerlei Bedeutung beigemessen“, sagte Nikitin, der früher Schlagzeuger in einer Heavy-Metal-Band war. Der Sänger musste wegen der Tätowierung in Bayreuth auf die Titelpartie in der Eröffnungspremiere „Der fliegende Holländer“ verzichten. „Niemand hat mich zu irgendetwas gezwungen“, sagte er. „Nach all den Unterstellungen war es unmöglich, auf die Bühne zu treten.“

Die Auswirkungen der Affäre sind offen: „Es gab bislang weder Absagen noch neue Angebote“, sagte Nikitin. „Ich bin aber für jeden Lauf der Dinge gewappnet.“ Nikitin soll unter anderem im Februar 2013 an der Metropolitan Opera in New York den Klingsor in Richard Wagners Oper „Parsifal“ singen.

dpa/hn

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