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Dieses süße Mädl wurde am 16. November in Hof ausgesetzt.

Jugendliche finden zwei Tage alten Bub auf Immenstädter Klinik-Parkplatz: fünfter Säugling in elf Monaten

Schon wieder! Baby ausgesetzt

Immenstadt - Ein Säugling ist in einem Gebüsch in der Nähe des Krankenhauses von Immenstadt ausgesetzt worden.

Zuerst die gute Nachricht: Dem Baby geht es gut. „Wir haben es versorgt, es hat alles ohne gravierende Probleme überstanden. Gott sei Dank!“, sagte Andreas Ruland, Geschäftsführer der Klinik Immenstadt im Oberallgäu, am Montag der tz. Doch wer und wo ist seine Mutter? Jugendliche hatten den Säugling auf einem Parkplatz gefunden – von der Mama keine Spur. Tragisch: Es ist schon der fünfte ausgesetzte Säugling in Bayern in elf Monaten!

Es war an diesem Sonntag, einem wunderbaren Sommerabend im Allgäuer Urlaubsort Immenstadt . Zwei Brüder (14 und 16) tragen Werbeprospekte aus. In der Nähe des Krankenhauses hören sie kurz vor zehn Uhr ein Wimmern. Sie gehen dem Geräusch nach – und finden im Gebüsch den Säugling, eingewickelt in eine Decke. Die Geschwister nehmen ihn vorsichtig und tragen ihn zur Notaufnahme der Klinik. Die Ärzte schätzen, dass der Bub vor zwei Tagen zu Hause entbunden wurde.

Nun ermittelt die Kripo Kempten. Sie fragt: „Wer kann Hinweise zu einer hochschwangeren Frau geben, die vor kurzer Zeit entbunden und kein Kind hat?“ Ein Mann könnte Hinweise geben, den Zeugen nahe des Fundortes sahen: Er ist 20 bis 30 Jahre alt, ca. 1,80 Meter groß, schlank, hat kurzes, lockiges Haar, eventuell einen Drei-Tage-Bart und war dunkel gekleidet.

Der Säugling von Immenstadt – er ist nun schon das fünfte ausgesetzte Baby innerhalb kürzester Zeit. Im letzten September hörte ein 21-Jähriger im Fürther Stadtpark ebenfalls ein Wimmern in einem Busch und entdeckte einen in eine Decke gewickelten Säugling. Er brachte ihn ins Krankenhaus – es war ein Mädchen, auch ihm ging es gut. Mitte November dann wurde ein Mädel im Foyer einer Sparkassenfiliale in Hof ausgesetzt. Sensationelles Ergebnis eines DNA -Tests: Das Findelkind hat einen Bruder, der 2001 vor der Sparkasse Plauen ausgesetzt wurde.

Ende November 2008 legte eine Frau im oberpfälzischen Velburg ihr Baby vor einer Arztpraxis ab mit dem Zettel: „Bitte geben Sie das Kind zum Jugendamt.“ Das Kind starb an einem Kreislaufzusammenbruch. Heuer im März wurde nahe der Donauklinik Neu-Ulm ein Baby ausgesetzt. Es war bis auf eine leichte Unterkühlung gesund. Und der wohl aufsehenerregendste Fall: Letztes Jahr im Advent fand Pfarrer Thomas Rein (40) in der Krippe in seiner Kirche in Pöttmes (Kreis Aichach-Friedberg) ein Baby. Die Mutter wurde ermittelt. Sie lebt mittlerweile in ihrer Heimat Rumänien, der Bub – er wurde Christian genannt – lebt in einer Pflegefamilie in Schwaben. Tragisch: Der Bub sieht schlecht und ist teilweise gelähmt. Ob dies daran liegt, dass der Bub in der Kälte ausgesetzt wurde? Das kann laut den Ärzten nicht ausgeschlossen werden.

ast (tz)

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