Umweltministerin Scharf gerät unter Druck

Salmonellen-Skandal: Käfig-Eier doch wieder im Handel

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München - Im Salmonellen-Skandal wird es eng für Umweltministerin Scharf (CSU), die ersten Rücktrittsforderungen werden laut: Die Käfig-Eier sind nämlich doch in bayerischen Supermärkten zu kaufen.

Die in einer Salmonellen-Affäre belastete Firma „Bayern-Ei“ beliefert weiter Supermärkte mit Eiern aus Käfighaltung. Eier aus dem Großbetrieb der Firma in Niederharthausen im Landkreis Straubing-Bogen seien wieder als A-Eier klassifiziert, bestätigte das Landratsamt gegenüber unserer Zeitung. A-Eier sind für den Einzelhandel zugelassen. Der Betrieb unterliege „derzeit keinen Vermarktungsbeschränkungen“, erklärte eine Sprecherin.

„Bayern-Ei“ steht im Mittelpunkt von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Regensburg. Sie untersucht, ob Eier von „Bayern-Ei“ verantwortlich für Salmonellen-Erkrankungen in mindestens vier europäischen Ländern sind. Dabei waren zwei Personen in Österreich und Großbritannien gestorben. Das Unternehmen hat drei Eier-produzierende Betriebe mit jeweils mehreren hunderttausend Hühnern in Niederbayern. Aus der Anlage Ettling im Landkreis Dingolfing-Straubing können derzeit keine A-Eier ausgeliefert werden. „Das schließe ich aus“, sagte Landrat Heinrich Trapp (SPD) unserer Zeitung. „Es wäre auch rechtswidrig.“ Zum dritten Betrieb im Landkreis Deggendorf gab es gestern keine Angaben – das Landratsamt hatte eine Personalversammlung. Recherchen von BR/SZ ergaben, dass Eier von „Bayern-Ei“ in den vergangenen Tagen unter anderem in Supermärkten in Reischach, Mühldorf, Marktl am Inn sowie Augsburg verkauft wurden. Eier aus den so genannten Kleingruppen-Käfigen sind an der Kennung „3“ zu identifizieren – die Betriebe speziell von Bayern-Ei haben die Nummern „3-DE-0920431“ sowie „0920411“ und „0920441“.

Die Opposition im Landtag kritisiert Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) hart. Scharf hatte gegenüber unserer Zeitung am Montag erklärt, in Bayern würden keine Käfigeier mehr verkauft – eine Aussage, die sie gestern mit Bedauern zurücknahm. Obwohl viele Handelsketten Käfigeier ausgelistet hätten, seien sie weiter im Verkauf. Die Grünen forderten Scharf zum Rücktritt auf, die SPD verlangte eine Entschuldigung.

dw

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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