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Vergifteten Eier aus Bayern (Archivbild) Menschen in ganz Europa?

Salmonellen

Vergifteten Eier aus Bayern Menschen in ganz Europa?

Aiterhofen  - Eier aus einem niederbayerischen Legehennenbetrieb sollen für einen Salmonellenausbruch verantwortlich sein. Angeblich wird ermittelt, bayerische Behörden wiegeln aber ab.

Die Bayern-Ei GmbH & Co KG gehört zum Imperium der Familie Pohlmann, die an verschiedenen Standorten Legebatterien betreibt und schon oft mit Behörden in Konflikt geraten ist. Beim neuesten Verdacht könnte es sich jetzt um einen ganz besonders gravierenden Fall handeln. Bayern-Ei mit Hauptsitz in Aiterhofen bei Straubing soll dafür verantwortlich sein, dass im vergangenen Sommer in Großbritannien, Österreich und Frankreich insgesamt hunderte Menschen an Salmonellen erkrankten. Zwei Menschen starben dabei.

Schon Ende August 2014 wies das „Deutsche Ärzteblatt“ daraufhin, dass europäische Behörden kontaminierte Eier aus Bayern im Verdacht hätten. Zunächst gab es ab Ende Juni Salmonellen-Fälle in Ostfrankreich. Dann waren damals auch in Tirol 61 Personen erkrankt, alle an dem Typ PT 14b Salmonella enteritidis. 17 Erkrankungen mit „PT 14b“ gab es in Bayern. Die Recherchen führten über die Küchen von Pflegeheimen und Bringdiensten erneut zu dem Eierproduzenten, hieß es damals in dem Fachjournal. Es zeige sich, dass ein Krankheitserreger durch den Großhandel schnell europaweit auftreten könne. Inzwischen habe sich der Verdacht durch Analysen der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA und der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC erhärtet, berichten BR und „SZ“.

Allerdings gibt es auch gegenteilige Behauptungen, etwa vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). „Wir haben Ermittlungen im Betrieb gemacht, wir haben sehr umfassend ermittelt“, wird der Leiter der Behörde, Andreas Zapf, zitiert. Doch eine offizielle Bestätigung, dass die Spur nach Niederbayern führe, will er nicht geben. Die Salmonellen-Fälle seien EU-weit aufgetreten und das insgesamt betrachtet eher sporadisch. „Für eine öffentliche Warnung vor Eiern aus dem betroffenen Betrieb waren in Bayern zu keinem Zeitpunkt die fachlichen und rechtlichen Voraussetzungen gegeben“, erklärte die Behörde gegenüber unserer Zeitung. Dies hätte „eine andauernde Gesundheitsgefahr“ bayerischer Verbraucher vorausgesetzt, die es aber laut LGL nicht gab.

Nach Informationen von BR und „SZ“ ermittelt allerdings die Staatsanwaltschaft Regensburg gegen den derzeitigen Firmenchef, Stefan Pohlmann. Eine Bestätigung gab es dafür am Mittwoch nicht.

Bayern-Ei-Eigentümer Stefan Pohlmann antwortete nicht auf Anfragen von BR und SZ. Die Firma Bayern-Ei war auch bei mehrfachen Anfragen unserer Online-Redaktion nicht zu erreichen.

Der Vater des jetzigen Firmenchefs, Anton Pohlmann, geriet 1996 in die Schlagzeilen, als ihm gerichtlich verboten wurde, gewerblich Tiere zu halten. Er hat auch einen wenig schmeichelhaften Eintrag im Internet-Lexikon Wikipedia und geriet ins Visier von Tierschützern. Auch seine Firmen in den USA musste Pohlmann, der aus Niedersachsen stammt, im Jahr 2003 schließen. Zuletzt war Bayern-Ei angefeindet worden, weil sie in Tschechien nah an der Grenze zu Bayern Legebatterien aufbauen wollte. mm

Das Politikmagazin Kontrovers berichtet heute Abend (Mittwoch, 20. Mai) um 21.00 Uhr im Bayerischen Fernsehen über den Fall.

mm

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