Wollten nicht als Schleuser verdächtigt werden

Salzburger Taxifahrer beenden Bayern-Boykott

Bad Reichenhall - Mit einem wochenlangen Boykott hatten sich Salzburger Taxifahrer gegen den Verdacht gewehrt, als Schleuser tätig zu sein. Jetzt fahren sie wieder nach Bayern.

Das ist das Ergebnis eines Krisengipfels am Mittwoch im Landratsamt Bad Reichenhall. Dabei wurde festgestellt, dass die Fahrer keine Ausweise kontrollieren müssen. Sie sollen aber bei verdächtigen Fahrgästen den Auftrag nicht annehmen.

„Wir haben alle dazugelernt“, sagte der Obmann der Salzburger Funktaxivereinigung, Peter Tutschku. „Wir haben die Bayern sensibilisiert, und wir werden jetzt auch unsere Lenker darauf hinweisen, dass sie mehr darauf achten, wen sie an Bord nehmen.“

Oberstaatsanwalt Markus Giese erinnerte daran, dass die deutschen Behörden bei einem Anfangsverdacht zu ermitteln hätten, betonte aber: „Wir gehen nicht davon aus, dass Taxilenker afghanische oder irakische oder andere Ausweise kennen und kontrollieren können.“ Wenn ein Taxifahrer nicht die Illegalität eines Fahrgasts feststellen könne, habe er auch keine Strafe zu erwarten.

Größte Taxivereinigung riet Fahrern vom Ziel Bayern ab

Im April war ein Salzburger Taxifahrer nach einer Polizeikontrolle in Freilassing, dem bayerischen Nachbarort von Salzburg, vorübergehend festgenommen worden, weil er drei Passagiere nach Bad Reichenhall bringen wollte, diese aber offensichtlich nicht über Einreisepapiere verfügten. Die Staatsanwaltschaft in Traunstein warf ihm das illegale Schleusen von Asylbewerbern vor und forderte die Salzburger Taxifahrer auf, sich in Zukunft Ausweise und Papiere der Fahrgäste zeigen zu lassen. Dies lehnte Salzburgs größte Taxivereinigung 8111 ab. Deren Geschäftsführer Tutschku empfahl den Mitgliedern, nicht mehr nach Deutschland zu fahren.

Rund 3000 Fahrten werden in Salzburg derzeit täglich über Funk vermittelt, rund zwei Prozent davon haben Bayern als Ziel.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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