Sandkerwa findet nicht statt

Eines der größten Volksfeste Bayerns abgesagt – Das sagen OB und Innenminister

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Bamberg - Seit 67 Jahren zieht die Bamberger Sandkerwa Hunderttausende Besucher in die Stadt. Jetzt wurde das beliebte Volksfest erstmals abgesagt. Nun meldete sich der Oberbürgermeister zu Wort.

„Aus dem Bamberger Veranstaltungskalender ist die Sandkerwa nicht mehr wegzudenken“, heißt es auf der Homepage des Volksfestes. Doch in diesem Jahr wird es kein historisches Fischerstechen auf der Regnitz geben.

Wie Radio Bamberg mitteilt, haben die Standbetreiber per E-Mail die traurige Nachricht bekommen. Darin schreiben die Veranstalter, der Bürgerverein habe beschlossen, die Sandkerwa ausfallen zu lassen. Begründet wird das mit der „aktuellen Sicherheitslage und den finanziellen Risiken“. Für Samstag wurde dazu eine Pressekonferenz angekündigt, in der die Gründe genauer dargelegt werden sollen. 

Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke zeigte sich völlig überrascht von der Absage des Festes. Im Vorfeld habe es dafür „keinerlei Anzeichen“ gegeben, teilte er via Twitter und Facebook mit. Am Donnerstag kündigte das Stadtoberhaupt dann an: „Es ist mein erklärtes Ziel: Wir werden nicht tatenlos zusehen, sondern alles unternehmen, um die Sandkerwa 2017 zu retten.“ Nach Angaben der Stadt hatte der Oberbürgermeister die Veranstalter zu einem Gespräch noch im Laufe des Tages eingeladen. Für eine Stellungnahme hierzu war am Nachmittag im Bamberger Rathaus zunächst niemand zu erreichen, nach Informationen des Bayerischen Rundfunks kam der Termin nicht zustande.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Donnerstag in Nürnberg, es seien von der Polizei keine zusätzlichen Anforderungen an die Sandkerwa gestellt worden. „Und es gibt auch hinsichtlich der Sicherheitslage in Bamberg keine besonderen Probleme aus Sicht der Polizei.“ Die bisherigen Besprechungen mit den Veranstaltern und der Polizei seien völlig problemlos verlaufen. „Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass im Bereich der Sicherheit Gründe für diese Absage vorliegen.“

Das historische Fischerstechen auf der Regnitz ist die Hauptattraktiion der Bamberger Sandkerwa.

Nach der überraschenden Absage der Bamberger Sandkerwa ist vorerst keine Lösung zur Rettung des mehrtägigen Festes in Sicht. „Wir sind wild entschlossen, das Fest zu retten“, sagte eine Sprecherin der Stadt am Freitag. Die Veranstalter wollen sich nach ihren Angaben am Samstag öffentlich erklären. „Wir hoffen, dass wir danach ins Gespräch kommen“, teilte die Stadt-Sprecherin mit.

Vor zwei Jahren stand die Sandkerwa schon einmal auf der Kippe. Erst nach der Einrichtung eines neuen Sicherheitkonzeptes gab es grünes Licht. Die „räumliche Enge“ der schmalen Gassen stellt für die Massenveranstaltung generell eine Herausforderung dar. 

hn

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