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Die kleine Sarah aus dem mittelfränkischen Thalmässing war am 10. August in einer Nürnberger Klinik an Unterernährung gestorben.

Fall Sarah: Schuldfähigkeit der Eltern wird geprüft

Thalmässing/Nürnberg - Im Fall der vor knapp vier Monaten verhungerten dreijährigen Sarah aus Thalmässing wird die Schuldfähigkeit der Eltern geprüft.

“Die Staatsanwaltschaft wartet auf die Ergebnisse zweier Gutachten“, sagte am Mittwoch der Sprecher der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Thomas Koch. Es sei möglich, dass die psychiatrischen Einschätzungen noch im Dezember vorlägen. Anschließend werde über das weitere Vorgehen, beispielsweise eine Anklage, entschieden. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft laut Koch auch Erkenntnisse über den Hintergrund von Sarahs Tod. Diese sollten aber erst mit dem Abschluss des Ermittlungsverfahrens bekanntgegeben werden.

Die kleine Sarah aus dem mittelfränkischen Thalmässing (Landkreis Roth) war am 10. August in einer Nürnberger Klinik an Unterernährung gestorben. Laut Medienberichten wog das Mädchen kurz vor seinem Tod rund acht Kilogramm - normalerweise wiegen Kinder in dem Alter knapp das Doppelte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb gegen den 29 Jahre alten Vater und die 26-jährige Mutter wegen gemeinschaftlichen Totschlags durch Unterlassen. Beide sitzen noch immer in Untersuchungshaft.

Bei der Mutter werde die Schuldfähigkeit besonders im Zusammenhang mit deren schwerer Krankheit zu bewerten sein, sagte Koch. Die 26- Jährige lag kurz nach Sarahs Hungertod mehrere Wochen im Krankenhaus, zeitweise war sie nicht bei Bewusstsein. Nachbarn der Familie hatten von einer starken Gewichtsabnahme der 26-Jährigen berichtet. Erst Mitte September war Sarahs Mutter zu einer Aussage in der Lage. Sie habe Angst gehabt, das Jugendamt werde ihr die Kinder wegnehmen, wenn der Zustand von Sarah bekanntwerden sollte, sagte sie den Ermittlern. Sarahs älterer Bruder war nach deren Tod bei den Großeltern untergebracht worden.

dpa

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