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Der Sattelschlepper und zwei der sieben Autos, die er über- und aneinandergeschoben hat.

Brummi-Fahrer (32) walzt in der Fürther Innenstadt sechs Autos platt

Schrottfahrt aus Liebeskummer!

Fürth - Weder Leitplanken noch rote Ampel konnten ihn stoppen: Bei der Amok-Fahrt eines angetrunkenen Brummi-Lenkers (32) wurden am Montagabend in Fürth sieben Fahrzeuge zerstört!

Nur mit Pfefferspray konnten die Polizisten den rasenden Fahrer unter Kontrolle bringen. Anwohner Alfred Neller (50) ist auch am Tag danach noch fix und fertig: „Erst hörte ich nur mehrere Martinshörner. Dann gab’s auch schon einen Riesenschlag.“ Als der Bahner aus seinem Fenster in die Nürnberger Straße schaute, erblickte er ein riesiges Blechknäuel – darin auch sein eigener Honda. „Vom Kofferraum war nicht mehr viel übrig, aber die Autos meiner Nachbarn sahen ja auch nicht viel besser aus.“

Dann sah Neller den flüchtenden Fahrer der blauen Sattelzugmaschine: „Der sprang aus seinem Führerhaus, wurde jedoch sofort von vier Beamten zu Boden gerungen. Er hat dann nur noch gejammert.“

Was Neller nicht wissen konnte: Mehrere Streifenwagen hatten den Amok-Fahrer bereits ab Nürnberg über die A 73 verfolgt. Polizeisprecher Peter Schnellinger: „Die Sattelzugmaschine war gegen 22.45 Uhr aufgefallen, weil der Fahrzeugführer das Rotlicht einer Verkehrsampel missachtet hatte.“ Als die Beamten den Mann stoppen wollten, gab der Gas. Autofahrer nötigte er zu gefährlichen Brems- und Ausweichmanöver, einen Streifenwagen drückte er fast in die Leitplanke.

Bei Nürnberg-Doos verließ er die Autobahn, raste über rote Ampeln, bevor er als Falschfahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und in die geparkten Autos rauschte. Angerichteter Sachschaden: 100 000 Euro! Schnellinger: „Gott sei Dank ist bei dieser Fahrt niemand zu Schaden gekommen.“

Wie die Polizei später rekonstruierte, hatte der bereits polizeibekannte Fahrer die Zugmaschine vom Betriebshof einer Ansbacher Spedition gestohlen, bei der er als Schlosser beschäftigt war. In der Vernehmung gab der Kasache Liebeskummer als Motiv an. Wegen ähnlicher Delikte war ihm der Führerschein bereits entzogen worden. Er war vor der Verfolgungsfahrt an der Nürnberg-Fürther Stadtgrenze bereits 60 Kilometer über die A 6 gebrettert. Die Nacht verbrachte der Mann zur Ausnüchterung bei der Polizeiinspektion Fürth. Die Anwohner der Nürnberger Straße standen dagegen noch lange in der Kälte vor den Wracks ihrer Wagen. Alfred Neller: „Ich habe in dieser Nacht kein Auge mehr zugetan.“

jv.

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