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Romuald Schaber.

Schaber: "Wir müssen die Milchmenge begrenzen"

München - Die deutsche Ernährungswirtschaft hat sich mit Agrarministerin Ilse Aigner getroffen, um über Hilfen für existenzbedrohte Bauern zu sprechen. Der Münchner Merkur sprach darüber mit dem Präsidenten des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter.

-Was hat der Runde Tisch gebracht?

Konkrete Ergebnisse keine. Es hat von Frau Aigner eine ganze Reihe von Absichtserklärungen gegeben. Etwa, dass Sie prüfen will, ob die Prämienzahlungen vorgezogen werden können oder versucht wird, Bürgschaften für Exporte anzukurbeln. Es sollen über die Rentenbank zinsgünstige Kredite installiert werden. Alles schöne Absichtserklärungen, aber keine konkrete Maßnahme, die schnell auf eine Verbesserung des Milchpreises abzielt.

-Was hätten Sie sich gewünscht?

Man muss realistisch sein. In der Breite, in der dieser Gipfel angelegt war, konnte nicht mehr rauskommen. Gewünscht hätte ich mir eine klare Aussage: Wir gehen an die Menge ran. Denn das ist das einzige, was hilft.

-Aber damit sind Sie abgeblitzt?

Es hat eine ganze Reihe von Verbänden gesagt: Der Milchmarkt braucht verlässliche Regeln. Wir können nicht auf die Selbstheilungskräfte des Marktes warten, weil Milchproduktion gesellschaftlich bis hin zur Landschaftsgestaltung und zur Wertschöpfung wesentlich mehr Aufgaben zu erfüllen hat, als nur Milch zur Verfügung zu stellen. Das waren unter anderem die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, die Ökoverbände oder Bioland.

-Wie geht es weiter?

Wir halten es für notwendig, dass finanziell geholfen wird, weil viele Betriebe mit dem Rücken zur Wand stehen. Aber gleichzeitig ist eine Reduzierung der Menge absolut notwendig. -Wie gehen Sie vor? Wir werden weiter Druck machen. Auch bei den Wahlen werden wir Einfluss nehmen. Gerade die regierenden Parteien müssen die Milchbauern überzeugen, dass sie auch gewählt werden können.

Das Interview führte Claudia Möllers

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