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Zu Tränen gerührt: Konzernchefin Maria-Elisabeth Schaeffler.

Riesendemo bei Schaeffler: Chefin weint

Herzogenaurach - 8000 Arbeiter und Angestellte des Schaeffler-Konzerns haben am Mittwoch eine staatliche Hilfe für den verschuldeten Autozulieferer gefordert. Firmeneigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler zeigte sich tief gerührt.

Die Eigentümerin des fränkischen Zulieferers begrüßte die Demonstranten am Werkstor in Herzogenaurach. Mit Tränen in den Augen dankte sie den Beschäftigten, die ihr zujubelten. “Ich bin ergriffen und dankbar für den Einsatz. Ich fühle mich darin bestärkt, weiterhin zu kämpfen“, sagte sie. Trost frostiger Temperaturen hatte sich die Unternehmenschefin zusammen mit ihrem Sohn dem Demonstrationszug angeschlossen und später auf dem Marktplatz unter die Menge gemischt. Viele Bürger der mittelfränkischen Industriestadt schlossen sich dem Protestzug ebenfalls an und sorgten für dichtes Gedränge in der Altstadt. Aktionen fanden auch in Höchstadt/Aisch und Schweinfurt statt.

Bei der Kundgebung sprachen sich Betriebsräte, Gewerkschafter und Vertreter einer Beschäftigteninitiative für eine rasche staatliche Überbrückungshilfe für den Konzern aus. “Es handelt sich um ein Unternehmen, das kerngesund ist“, betonte der Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt, Eberhard Irrlinger (SPD). Die Übernahme von Conti habe die Gruppe aber wegen der nicht vorhersehbaren Finanzkrise in Schwierigkeiten gebracht, ergänzte der örtliche Betriebsratsvorsitzende Thomas Mölkner. “Wir brauchen die Staatshilfe, damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben“, forderte er. Dabei müsse die Finanzspritze des Bundes an eine Beschäftigungsgarantie für die 80.000 Mitarbeiter in Deutschland geknüpft werden. Vom Unternehmen forderte er zugleich mehr Transparenz.

Der Mitinitiator einer erst vor einer Woche gegründeten Schaeffler-Mitarbeiter-Initiative, der türkischstämmige Ingenieur Paul Seren, forderte die im Altort von Herzogenaurach Versammelten zu weiteren Aktion auf: “Mir ist erst vor einigen Tagen klar geworden, dass Frau Schaeffler den Kampf um unsere Arbeitsplätze allein nicht schaffen kann“. Die vielen Rückmeldungen auf eine im Intranet des Konzerns gestartet Aktion zeigten, dass dies inzwischen auch andere Schaeffler-Beschäftigten erkannt hätten. Der Intranet-Beitrag sei konzernweit 210 000 Mal aufgerufen worden. “Viele haben gesagt: Ich mach mit! Wann geht's los?“, berichtete Seren.

Unter den Beschäftigten, die sich am Donnerstag in der Altstadt drängten, herrscht dennoch gedrückte Stimmung. “Viele Leute haben Angst. Es herrscht Unsicherheit, wie es weiter geht“, berichtet etwa der Schaeffler-Abteilungsleiter Werner Loschyk. Ein seit 20 Jahren im Sondermaschinenbau beschäftigter älterer Arbeiter bringt seine Zukunftssorge mit einem Satz auf den Punkt: “Es geht um unser Leben“. Die von jungen Frauen in der Altstadt verteilte Plakette “Auch wir sind Schaeffler“ prangt auch am Revers von Hans-Heinrich Drebinger. Als Spediteur mit 44 Lastzügen sei er zu 100 Prozent von Schaeffler abhängig. Sein größter Wunsch: “Ich hoffe, das Schaeffler Staatshilfe bekommt“.

mm/dpa/ap

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