Auftritte in der Faschingszeit

Schäffler tanzen nach sieben Jahren wieder auf einem Bein - das steckt hinter dem Brauch

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Jahrzehntelang hatte sich kaum jemand aus dem Haus getraut - in den Zeiten der Pest, lauerte der Tod an jeder Ecke. Wer ausging, konnte sich anstecken. Bis die Schäffler tanzten.

Die stellten Fässer für Bier und Wein her - und litten unter der Absatzflaute wie alle anderen Handwerker und Händler während der jahrzehntelangen Epidemie. Die Menschen hatten sich daheim verkrochen, niemand wollte mehr feiern. Die Pest hatte alle vollkommen verängstigt, nur wenige bemerkten, dass die Epidemie schon vorüber war und gar keine Ansteckungsgefahr mehr bestand. Aus diesem Grund beschlossen die Schäffler, richtig auf die Pauke zu hauen und die Bevölkerung aus ihrer Lethargie zu holen...

Heute, nach über 500 Jahren tanzen die Schäffler-Tänzer noch immer ihre Figuren, um die Menschen zu unterhalten und Frohsinn zu verbreiten. Entstanden nach der großen Pest-Epidemie, wird diese Tradition bis heute alle sieben Jahre fortgeführt. Der ursprünglich Münchner Brauch hat sich mittlerweile in ganz Altbayern verbreitet. 

Ein Schäffler ist ein Handwerker, der Gefäße wie Holzfässer herstellt. Die werden vor allem gebraucht, wenn Menschen zusammen kommen, um zu feiern. Da dieser klassische Handwerksberuf heute kaum mehr ausgeübt wird, dürfen mittlerweile auch Tänzer aus anderen Berufsgruppen mitmachen.

Video: Schäffler tanzen nach sieben Jahren wieder auf einem Bein

Und hier können Sie lesen, wo genau die Münchner Schäffler in den Wochen bis zum Ende des Faschings noch tanzen werden.

Heinz Hollenberger/Annika Bavendiek

Rubriklistenbild: © Merkur / Stefan Schramm

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