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Schaeffler wagt wegen Ukraine-Krieg keine Prognose

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Schaeffler
Blick auf das Schaeffler-Werk in Luckenwalde. © Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Die Geschäfte beim Autozulieferer Schaeffler liefen im vergangenen Jahr gut. Umsatz und Gewinn sprangen deutlich nach oben. Nach den Herausforderungen der Corona-Krise liefert die Ukraine den nächsten Schock. Vorstandschef Rosenfeld hofft auf Geschäfte mit Erneuerbaren.

Herzogenaurach - Nach einem trotz der Corona-Auswirkungen erfolgreichen Jahr 2021 segelt der fränkische Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler wirtschaftlich in unsicheren Gewässern. Der Vorstand habe sich entschieden, die Prognose für das Jahr 2022 wegen des Krieges in der Ukraine auszusetzen, sagte der Vorsitzende des Führungsgremiums, Klaus Rosenfeld, am Dienstag am Firmensitz in Herzogenaurach. „So ein Krieg, so eine Situation, hat mit Sicherheit negative Effekte“, sagte Rosenfeld. „Nach Corona ist das der nächste signifikante Schock, den es zu überstehen gilt.“ Die genauen Auswirkungen seien aber noch nicht absehbar.

Direkt sei Schaeffler nur wenig von der Situation betroffen: Das Unternehmen beschäftige nur sechs Mitarbeiter in der Ukraine und 174 in Russland, davon 110 in einem Werk für Kupplungen in der Stadt Uljanowsk. Die Produktion dort laufe zunächst auf kleiner Flamme weiter, sagte Rosenfeld. Das Russland-Geschäft mache weniger als ein Prozent des Schaeffler-Umsatzes aus.

Schaeffler wolle sich in Zukunft auf seine Ziele konzentrieren, darunter stehe die Nachhaltigkeit ganz oben. Bis 2040 will der Zulieferer klimaneutral werden. Die Aufträge für die Herstellung von Produkten zum Bau von Elektroautos sei stark angezogen. Mit einem Volumen von 3,2 Milliarden Euro sei das Ziel beim Auftragseingang im vergangenen Jahr deutlich übertroffen worden.

„Es geht nicht nur darum, E-Achsen herzustellen. Es geht darum, den CO2-Footprint unserer Produkte zukünftig soweit wie möglich zu reduzieren“, sagte Rosenfeld. Schaeffler betreibt in Ungarn auch ein Werk für Elektromotoren. Die europäischen Schaeffler-Standorte beziehen ihren Strom inzwischen nach Unternehmensangaben ausschließlich aus erneuerbaren Quellen. Das bedeute eine jährliche Ersparnis bei anderen Energieträgern von 47 Gigawattstunden, oder dem Verbrauch von 15.000 Zwei-Personen-Haushalten.

Für das vergangene Jahr berichtete Schaeffler über deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. So stiegen die Erlöse von rund 12,6 auf etwa 13,9 Milliarden Euro. Dies entspreche einem währungsbereinigten Plus von 9,7 Prozent. Das Konzernergebnis betrug den Angaben zufolge 756 Millionen Euro nach einem Verlust von 428 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Schaeffler will daher den Aktionären im Vergleich zum Vorjahr mit 50 Cent je Aktie eine doppelt so hohe Dividende zahlen.

Rosenfeld hofft, dass die Zielsetzung, die deutsche Abhängigkeit vom Import fossiler Energieträger unter anderem aus Russland zu verringern, auch zu einem Zuwachs beim Schaeffler-Geschäft mit Komponenten für Erneuerbare Energien beiträgt. „Ich glaube, dass wir an der Stelle eher mehr Aktivität sehen als weniger“, sagte Rosenfeld. Schaeffler baut unter anderem Antriebe für Windräder und ist in der Elektrolyse-Technik für Wasserstoffantriebe engagiert. Allerdings werde eine Umstellung von Gas auf Wasserstoff Zeit brauchen, sagte er. dpa

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