Behörde greift durch

Schlechte Tierhaltung: 19 Zebu-Rinder im Allgäu erschossen

Marktoberdorf - Jahrelang hat das Veterinäramt die Tierhaltung eines Allgäuer Landwirts beanstandet. Weil der Bauer seine Rinder und Ziegen trotz eines Tierhalteverbots nicht abgegeben hat, wurden jetzt 19 Tiere auf einer Weide erschossen.

Weil ein Allgäuer Landwirt trotz eines Tierhalteverbots seine Rinder und Ziegen nicht abgegeben hat, mussten jetzt mehrere Tiere sterben. Mitarbeiter des zuständigen Veterinäramtes haben auf einer Weide in Halblech (Landkreis Ostallgäu) 19 Zebu-Rinder erschossen, sie dort ausbluten lassen und danach zum Schlachthof gebracht. Dies teilte das Landratsamt in Marktoberdorf am Montag mit. Zuvor hatte die Allgäuer Zeitung über den Fall berichtet.

Den tödlichen Schüssen auf der Viehweide war den Angaben zufolge eine mehr als zehn Jahre dauernde Auseinandersetzung zwischen der Behörde und dem Landwirt vorausgegangen, dessen Tierhaltung immer wieder beanstandet wurde. „Die Tiere litten unter schlechten Bedingungen. Aber er hat die Anordnungen immer ignoriert“, sagte Ralf Kinkel, Leiter der Veterinärbehörde.

Landwirt soll tote Tiere vergraben haben

Der Landwirt soll seine Tiere - zuletzt hielt er rund 100 Ziegen und 25 Zebu-Rinder - über Jahre hinweg schlecht versorgt haben. Unter anderem wurden die Menge und Qualität des Futters und Wassers, die Behandlung kranker Tiere und die Verletzungsgefahr durch herumliegende Gegenstände im Stall und auf der Weide beanstandet. Zudem soll der Landwirt tote Tiere vergraben haben, anstatt sie ordnungsgemäß zu entsorgen. Im Juli war schließlich ein Tierhalteverbot gegen ihn ausgesprochen worden.

Während die Ziegen nach Ablauf einer letzten Frist von Mitarbeitern des Amtes verladen und verkauft wurden, sei dies ohne Unterstützung des Landwirts bei den Zebu-Rindern nicht möglich gewesen, sagte Kinkel. Zu groß sei die Gefahr gewesen, dass die Tiere ausbrechen oder Mitarbeiter verletzt würden. „Die Besonderheit liegt bei der Art der Rinder.“ Diese seien sehr scheu und würden sich von Fremden nicht zusammentreiben lassen. Die Tiere seien aber „nicht sinnlos getötet, sondern der Schlachtung zugeführt“ worden. Dies sei ein Vorgang, der immer wieder vorkomme, wenn Tierhaltungen aufgelöst werden müssen.

Der Landwirt, dem noch sechs Rinder geblieben sind, sieht sich indes als Opfer. „Da wurden immer wieder Mücken zu Elefanten gemacht, aus einem Draht am Boden ein Riesentheater“, sagte er der Zeitung. „Gesunde Tiere werden einfach abgeknallt, das ist grausam.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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