Hunderte Flüchtlinge nach Bayern gebracht

Schleuser angeklagt: Wegen ihnen sind mindestens sechs Kinder ertrunken

Drei mutmaßliche Schleuser müssen sich seit Dienstag vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Sie sollen mindestens sechs Kinder auf dem Gewissen haben.

Traunstein - Den Angeklagten wird vorgeworfen, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 und Anfang 2016 Hunderte Flüchtlinge illegal nach Deutschland gebracht zu haben. Bei Bootsfahrten von der Türkei nach Griechenland ertranken mindestens sechs Kinder. Die Staatsanwaltschaft klagte die Männer aus Syrien und dem Irak im Alter zwischen 30 und 43 Jahren wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern mit Todesfolge an.

Die mutmaßlichen Schleuser sind nach den Ermittlungen der Justiz Teil einer vielköpfigen Bande, die über einen längeren Zeitraum Flüchtlinge über die Balkanroute bis zur bayerischen Grenze brachte. Sie verlangten dafür bis zu 7500 Euro von jedem Asylbewerber. Verhandelt werden vor Gericht 23 Fälle.

Viele der Flüchtlinge kamen in Passau, Freilassing im Berchtesgadener Land oder nahe Rosenheim an und wurden dort nach ihrer Registrierung in Asylbewerberunterkünfte gebracht. Bei zwei Fahrten in stürmischer See von der türkischen Küste über die Ägäis zu griechischen Inseln kenterten im Dezember 2015 die Schlauchboote. Mindestens sechs Kinder ertranken dabei. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, den Tod der Kinder aus Profitgier in Kauf genommen zu haben. Andere Überfahrten seien für die Bootsinsassen lebensgefährlich gewesen. 

Für den Prozess sind neun Verhandlungstage vorgesehen. Es werden zahlreiche Zeugen und Sachverständige gehört. Das Urteil soll am 27. November verkündet werden. Mehr Infos zum Prozess in Traunstein finden Sie bei chiemgau24.de *.

dpa/lby


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Rubriklistenbild: © dpa

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