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„Siebenfacher Mord, fünfzehnfacher versuchter Mord“: 24-Jähriger nach Horror-Unfall auf A94 in Haft

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Am Freitagmorgen (13. Oktober) ist es in der Früh zu einem schweren Verkehrsunfall auf der A94 in Fahrtrichtung München gekommen. Die Polizei meldet mehrere Tote. Alle Infos.

Update, Samstag, 14. Oktober, 19.01 Uhr: Nach dem grausamen Unfall, den ein Schleuser auf der A94 am Freitagmorgen ausgelöst hat, wurde der Mann heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dabei werden auch die Tatvorwürfe bekannt, die die Staatsanwaltschaft ermittelt. Sie lauten:

Tatvorwürfe gegen verdächtigen Schleuser

Der Ermittlungsrichter folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erließ Haftbefehl. Der 24-Jährige wurde danach unmittelbar in eine bayerische Justizvollzugsanstalt gebracht und kam in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein begründet die Tatvorwürfe wie folgt:

„Es besteht der dringende Verdacht, dass der Beschuldigte das Mordmerkmal der Verdeckungsabsicht verwirklicht hat, da es ihm bei seiner Flucht vor der Polizeikontrolle darauf ankam, die Aufdeckung der eigenen Tatbeteiligung an der Einschleusung zu vereiteln. Aufgrund der äußerst riskanten Fahrweise mit sehr hohen Geschwindigkeiten und sehr gefährlichen Fahrmanövern trotz der ihm bewussten fehlenden Sicherung der im Fahrzeug befindlichen 22 anderen Menschen ist der Beschuldigte zudem dringend verdächtig, den Tod anderer als mögliche Folge seines Handelns erkannt und in Kauf genommen zu haben.“

Am Freitagmorgen (13. Oktober) ist es auf der A94 in Fahrtrichtung München zu einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren Toten und Verletzten gekommen.
Am Freitagmorgen (13. Oktober) ist es auf der A94 in Fahrtrichtung München zu einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren Toten und Verletzten gekommen. © fib/Winfried Eß

Update, 12.30 Uhr: Im Zuge der Ermittlungen um den verheerenden Unfall, der sich am Freitagmorgen (13. Oktober) auf der A94 zugetragen hat, wurde nun der Fahrer des Unfallwagens festgenommen. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, wird gegen den staatenlosen Mann aus Österreich unter anderem wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt. Da der Fahrer selbst beim Unfall verletzt wurde, befindet er sich aktuell noch in einem Krankenhaus.

Am Freitag (13. Oktober) ist es auf der A94 bei der Anschlussstelle Ampfing/Waldkraiburg zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Es gibt mehrere Tote und Verletzte.
Am Freitag (13. Oktober) ist es auf der A94 bei der Anschlussstelle Ampfing/Waldkraiburg zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Es gibt mehrere Tote und Verletzte. © fib/Winfried Eß

Bei dem Unfall, der sich am Freitag um 3.15 Uhr auf Höhe der Anschlussstelle Ampfing/Waldkraiburg zugetragen hat, kamen sieben Menschen ums Leben – darunter ein 6-jähriges Kind. Weitere Insassen wurden teils schwer verletzt. Unter den Verletzten befindet sich auch ein 10-jähriges Kind. Ob noch weitere Kinder betroffen seien, war seitens der Polizei noch unklar.

Linke sieht im Unfall auf der A94 „Hetzjagden gegen Geflüchtete“

Update, 12.00 Uhr: Nach dem schweren Unfall eines mutmaßlichen Schleuserfahrzeugs mit mindestens sieben Toten hat die bayerische Linke den Vorfall als „Hetzjagd auf Geflüchtete“ bezeichnet. Linke-Landessprecherin Adelheid Rupp sagt am Freitag gegenüber der Deutschen Presseagentur: „Ich bin erschrocken, dass die rechte Stimmung in der Gesellschaft nun auch auf Polizisten im Dienst übergreift. Verdächtige Fahrzeuge mit solchem Übereifer zu verfolgen, dass unschuldige Menschen sterben, ist unserer Polizei absolut unwürdig.“ Rupp fordert vom bayerischen Innenminister Joachim Hermann (CSU) klarzustellen, dass „in Bayern so nicht verfahren werde“.

Update, 10.08 Uhr: Am Freitagmorgen ist es auf der A94 in Fahrtrichtung München zu einem tödlichen und schweren Unfall gekommen. Nach ersten Angaben der Polizei wollte sich der Fahrer eines mutmaßlichen Schleuserfahrzeugs der Kontrolle entziehen und beschleunigte daraufhin sein Fahrzeug, das auf Höhe der Anschlussstelle Ampfing/Waldkraiburg verunglückte. Im Inneren befanden sich nach derzeitigem Stand 23 Insassen, darunter auch Kinder. Allesamt Syrer und Türken. Bei dem Fahrer soll es sich um einen staatenlosen Mann mit Wohnsitz in Wien handeln. Bei dem Unfall kamen mindestens sieben Menschen ums Leben. Wie die Polizei mitteilt, ist unter den Toten auch ein sechs Jahre altes Kind.

Erstmeldung vom 13. Oktober, 7.15 Uhr: Wie die Polizei in einer Pressemitteilung am frühen Freitagmorgen mitteilt, ist es in der Nacht gegen 03.15 Uhr auf der A94 auf Höhe der Anschlussstelle Ampfing/Waldkraiburg zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Die Bundespolizei meldete mehrere Verletzte, nach aktuellem Stand sollen sieben Menschen getötet worden sein. Die Lage sei aber weiterhin unübersichtlich. Im Fahrzeug befanden sich auch Kinder.

Unfall A94: Schleuser versucht vor Polizei zu flüchten und verunglückt

Wie die Polizei mitteilt, sei den Kollegen eines Streifenwagens ein Mercedes Vito als mutmaßliches Schleuserfahrzeug aufgefallen. Das Fahrzeug war in Richtung München unterwegs. Als die Beamten das Fahrzeug aufforderten anzuhalten, beschleunigte der Fahrer des Mercedes stark, um sich dieser Kontrolle zu entziehen. An der Anschlussstelle Ampfing/Waldkraiburg kam das Fahrzeug dann von der Straße ab und verunglückte schwer. Nach jetztigem Stand der Polizei befanden sich in dem Fahrzeug mehr als 20 Personen von denen sieben tödliche Verletzungen erlitten. Weitere Insassen wurden teils schwer verletzt und in umliegende Krankenhäuser transportiert. Die hohe Anzahl der Toten dürfte laut Polizei auch mit der Überfüllung des Autos in Zusammenhang stehen. Viele der Insassen konnten sich dadurch nicht anschnallen.

Vor Ort sind zahlreiche Helfer der Rettungsdienste und der Feuerwehr im Einsatz. Auch ein Staatsanwalt wurde hinzugezogen. Er übernimmt die Ermittlungen wegen eines möglichen Tötungsdelikts. Die Autobahn in Richtung München ist derzeit voll gesperrt. Ab der Anschlussstelle Mühldorf-West wird der Verkehr umgeleitet. Auch die Fahrbahn in Richtung Passau musste zeitweise gesperrt werden.

Schleuser-Unfall auf der A94: Grenze zu Österreich nur 50 Kilometer entfernt

Die Ausfahrt Ampfing/Waldkraiburg ist rund 50 Kilometer von der Grenze zu Österreich entfernt. Nach Angaben der bayerischen Grenzpolizei und Bundespolizei steigt die Anzahl der illegalen Einreisen seit Monaten. Dabei kommt es auch immer wieder zu gefährlichen Aktionen und Verfolgungsjagden mit der Polizei.

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