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Im dichten Nebel krachten auf der A7 mehrere Fahrzeuge ineinander.

Tote und Verletzte

Schlimme Unfälle überschatten Jahreswechsel in Bayern

München - Millionen Bayern feierten ausgelassen und friedlich den Jahreswechsel. Doch dann warf ein schwerer Unfall mit mehreren Toten einen Schatten auf die Bilanz der Neujahrsnacht.

Bei frostigen Temperaturen haben die Menschen in Bayern einen weitgehend friedlichen Jahreswechsel gefeiert. Millionen Menschen begrüßten um Mitternacht mit Böllern und buntem Feuerwerk das neue Jahr. Auf öffentlichen Plätzen und Feiern gab es nach ersten Erkenntnissen der Polizei keine größeren Zwischenfälle. Hinweise etwa zu Übergriffen auf Frauen, wie sie im vergangenen Jahr in Köln und anderen Städten Thema waren, wurden aus Bayern nicht gemeldet. Wegen der Terrorgefahr und mehrerer Anschläge im zurückliegenden Jahr war die Polizei vielerorts verstärkt im Einsatz.

Überschattet wurde der Jahreswechsel von der Nachricht über einen schweren Verkehrsunfall mit sechs Toten und zehn Verletzten. Im dichten Nebel waren auf der Autobahn 7 im Allgäu etwa gegen 1.00 Uhr nahe Bad Grönenbach drei Sattelzüge und neun Autos kollidiert. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Polizei stoppte den Verkehr auf der A7 zunächst komplett. Die Aufräumarbeiten zogen sich über den gesamten Sonntag hin.

Tote und Verletzte bei Massenkarambolage auf der A7

Die für den Jahreswechsel fast unausweichlichen Unfälle mit Feuerwerkskörpern blieben in Bayern auch diesmal nicht aus. Der schwerste Vorfall ereignete sich in Nürnberg. Dort verletzte ein 46 Jahre alter Mann mit illegalen Böllern und einer selbstgebastelten Abschussvorrichtung sich selbst und sieben weitere Personen. Der Mann hatte in Tschechien sogenannte Kugelbomben gekauft und wollte sie mit einer selbst gebauten Abschussvorrichtung abfeuern. Die gesamte Vorrichtung explodierte dabei, acht umstehende Personen wurden verletzt, drei von ihnen kamen ins Krankenhaus. Staatsanwaltschaft sowie LKA-Sprengstoffexperten nahmen die Ermittlungen auf.

Mehrere Brände, die möglicherweise von Feuerwerkskörpern ausgelöst wurden, hielten die Münchner Feuerwehr auf Trab. Unter anderem war in einem Mehrfamilienhaus auf einem Balkon ein Feuer ausgebrochen, das sich auf den mehr als 20 Meter langen Dachstuhl ausbreitete. Zwei Bewohner kamen mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus, zwei weitere wurden wegen Rauchgasvergiftungen behandelt. Mehr als 120 Kräfte waren zur Brandbekämpfung im Einsatz.

Keine Verletzten aber ebenfalls hoher Sachschaden von mindestens 200 000 Euro gab es in München bei einem Großbrand kurz nach Mitternacht. Das Feuer brach ebenfalls auf einem Balkon aus, auch hier brannte der Dachstuhl. Insgesamt wurden die Berufs- und die freiwillige Feuerwehr München nach eigenen Angaben in der Nacht 190 mal gerufen - mit 144 Einsätzen war die Silvesternacht 2015/16 deutlich ruhiger gewesen.

In Oberfranken registrierte die Polizei zwei Großbrände, die wohl von Feuerwerkskörpern verursacht wurden. Im Litzendorfer Gemeindeteil Melkendorf brach kurz nach Mitternacht in einer Scheune Feuer aus. Zwei Männer zogen sich eine leichte Rauchgasvergiftung zu. Nahezu alle Tiere konnten gerettet werden. Der Sachschaden beträgt etwa 100 000 Euro. Eine Stunde später brannte ein Stall in der Gemeinde Eggolsheim. Hier wird der Sachschaden auf 60 000 Euro geschätzt. In beiden Fällen hat die Kriminalpolizei Bamberg die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Ein hässliches Erlebnis hatten Helfer bei einem Brand in Augsburg. Dort wurde ein Feuerwehrmann gezielt von hinten mit einer Silvesterrakete beschossen. Der Mann sei unter anderem am Auge verletzt worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Auch die Rettungskräfte der Berufsfeuerwehr, die dem Mann helfen wollten, seien mit Silvesterkracher und -raketen beschossen und behindert worden. „Ich bin schockiert, wenn Mitbürger Silvesterraketen auf Mitmenschen richten. Es macht mich traurig und fassungslos, Kollegen werden behindert, wenn sie helfen wollen“, schrieb Sprecher Friedhelm Bechtel. Er sei maßlos enttäuscht.

Wohl unabsichtlich wurde dagegen in Niederbayern eine Frau von einer Feuerwerksrakete getroffen. Sie erlitt schwere Brandverletzungen am Oberschenkel. Die Rakete sei vermutlich waagerecht abgeschossen worden, teilte die Polizei in Eggenfelden (Landkreis Rottal-Inn) mit. Die Frau kam in ein Krankenhaus.

dpa

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