Das Dachauer Schloss vom Garten aus gesehen. Es war früher wesentlich größer.

31. Bayernrätsel: Die Frage 3

Dachau – Als Kurfürst Max Emanuel 1715 endlich aus dem französischen Exil nach Bayern zurückkehren konnte, ließ er nicht nur großartige Neubauten wie die Schlösser Nymphenburg und Schleißheim vollenden.

Auch bestehende Wittelsbacher Besitzungen wie das Schloss Dachau, ein beliebter Landsitz der bayerischen Herrscher, wurden modernisiert.

Das Werk Joseph Effners

Frage 3a:

Welche beiden Herzöge bauten Schloss Dachau in der Epoche der Renaissance aus?

Frage 3b:

In welche Form ließ König Max I. Joseph das von Joseph Effner neu gestaltete barocke Gartenparterre von Schloss Dachau zu Beginn des 19. Jahrhunderts umgestalten?  

Die mächtige Vierflügelanlage der Renaissance war 1558–1577 als Landsitz der bayerischen Herzöge errichtet worden. Die Neugestaltung des Dachauer Festsaaltrakts 1715–1717 durch Hofarchitekt Joseph Effner (1687–1745) war das erste Projekt, das der wieder eingesetzte Kurfürst nach seiner Rückkehr aus Frankreich in Angriff nahm und es ist die erste Bauaufgabe, die der gebürtige Dachauer Effner in Bayern realisierte.

Max Emanuel hatte den Sohn seines Dachauer Hofgärtners 1706 nach Paris geholt und ihm eine Ausbildung bei dem führenden Architekten Germain Boffrand finanziert. 1715 setzte er ihn als Hofbaumeister ein. Effner prägte das spätbarocke Erscheinungsbild der Wittelsbacher Schlösser. Übrigens: Nicht nur Max Emanuel, auch Effner feiert dieses Jahr einen runden, nämlich den 325. Geburtstag.

Hof- und Gartenfassaden des Dachauer Festsaaltrakts gliederte Effner neu: Große Rundbogenfenster und kolossale Zwillingspilaster heben den Festsaal in der Mitte des Schlossflügels hervor. Im Inneren des Festsaals bewahrte Effner aber die monumentale Holzkassettendecke der Renaissance, bis heute ein Glanzstück der süddeutschen Kunst aus der Epoche des kunstsinnigen Bayernherzogs Albrecht V. Für die Gestaltung des prunkvollen Treppenhauses, das zum Festsaal hinaufführt, ließ sich Effner vom Vorbild des Hôtel du Petit-Luxembourg, einer der modernsten Pariser Stadtpaläste seines Lehrmeisters Boffrand, inspirieren. Der Antwerpener Bildhauer Guillielmus de Grof schuf dafür 1716/17 den fantastischen Stuckdekor mit Waffentrophäen. De Grof gehörte zum Kreis der französischen Hofkünstler, die Max Emanuel aus dem Pariser Exil mit nach Bayern brachte.

Nachdem Anfang des 19. Jahrhunderts drei Flügel des Dachauer Schlosses abgetragen wurden, ist der von Effner modernisierte Trakt mit seinen festlich instrumentierten Fassaden der Max-Emanuel-Zeit heute der einzige verbliebene Schlossflügel. Im Inneren zeugen das Prunktreppenhaus und die Vestibüle von der französischen Dekorationskunst des Spätbarocks, die mit Max Emanuel und Effner nach Bayern gelangte und die bayerische Hofkunst fortan bestimmte.

Im barocken Gartensaal lässt sich in Café und Restaurant des Schlosses die Atmosphäre der Barockzeit und von der Terrasse der überwältigende Ausblick in Richtung Voralpenland genießen.

Mitspielen und gewinnen

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Viel Glück!

Teilnahmeschluss für die Frage 3 ist am Freitag, 06.04.2012, 24 Uhr

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