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Gaffer-Wand

Das könnte die Lösung sein

Schluss mit Gaffern: Hier zeigt die Feuerwehr eine spannende Idee

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Sobald ein Unfall passiert, werden Handys gezückt und draufgehalten. Damit ist jetzt Schluss - sehen Sie im Video, was die Feuerwehr Kelheim dagegen macht.

Kelheim - Regelmäßig müssen sich Rettungskräfte und Polizei mit Gaffern herumschlagen, die mit ihren Smartphones Unfallorte filmen. Anstatt sich voll und ganz auf die Hilfsbedürftigen zu konzentrieren, müssen Einsatzkräfte nebenbei Platzverweise aussprechen und sich den Weg zu den Verletzten erst durchbahnen.

Vor einigen Wochen erst hat es einem Feuerwehrmann gereicht. Er schnappte sich kurzerhand den Wasserschlauch und hielt ihn auf einen Gaffer. Dafür erntete der Feuerwehrler großen Applaus und machte aus der Aktion sogar einen Anti-Gaffer-Song.

Gaffer-Wand versperrt Sicht

Es stellt sich aber die Frage, wie Schaulustige dauerhaft davon abgehalten werden können, Unfälle zu filmen und Rettungskräfte zu behindern. Eine Möglichkeit, die es schon seit einiger Zeit gibt, ist die sogenannte Gaffer-Wand. Damit wird Schaulustigen die Sicht versperrt und den Opfern gleichzeitig Schutz geboten. Die Freiwillige Feuerwehr aus dem niederbayerischen Kelheim hat sich als eine der ersten eine solche Wand angeschafft. Die Gaffer-Wand ist ein aufblasbarer Sichtschutz, der innerhalb von zwei Minuten steht. Auf ihrer Facebook-Seite präsentiert die Freiwillige Feuerwehr Kelheim die neue Anschaffung:

Der 20 Meter lange und etwa zwei Meter hohe Sichtschutz wird mit neun Sandsäcken am Boden gehalten und kann somit weder wegfliegen noch umfallen. Biegt sich die Wand bei starkem Wind, stellt sie sich von selbst wieder auf, erklärt die Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite:

„Die Moral müsste als Sichtschutz dienen“

Von den Facebook-Usern gibt es großen Zuspruch, aber gleichzeitig wird auch bedauert, dass so etwas überhaupt notwendig ist. Die Userin Silke S. ist empört und findet, dass die Moral als Sichtschutz dienen müsste:

Auch Michael N. findet die Gaffer-Wand „leider sinnvoll“. Wenn die Schaulustigen sich aber daran halten würden, nicht zu gaffen, wären diese zwei Minuten überflüssige Feuerwehr-Arbeit zu vermeiden:

Kelheim als Vorreiter

Die Freiwillige Feuerwehr Kelheim macht es vor, ob andere Städte und Gemeinden nachziehen, bleibt abzuwarten. Die Branddirektion München hat auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt, dass für die Stadt München im Moment keine Anschaffung von Gaffer-Wänden geplant ist. Die Polizei München setzt aber ebenfalls ein Zeichen gegen Gaffer. Nach einem schweren Unfall in der Innenstadt, bei dem sich 250 Schaulustige um den Unfallort versammelten, will die Polizei die Verantwortlichen ausfindig machen.

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