Schmerzensgeld für Schlecker-Verkäuferin nach Überfall

Nürnberg - Ein mittelloser Schriftsteller hat versucht, eine Schlecker-Filiale in Mittelfranken auszurauben. Jetzt muss der Täter Schmerzensgeld an eine Verkäuferin bezahlen. 

Inzwischen sitzt der Mann wwegen des Überfalls im Knast - und muss 16 000 Euro Schmerzensgeld an die Verkäuferin zahlen, die unter den psychischen Folgen des Überfalls leidet.

Nach einem Überfall auf eine Schleckerfiliale in Höchstadt an der Aisch bekommt eine Verkäuferin von dem Räuber Schmerzensgeld - doch der 54-Jährige muss den Betrag nach seiner Haftstrafe erst einmal aufbringen. 16 000 Euro plus Zinsen soll er an die schwer unter den psychischen Folgen des Überfalls leidende Frau zahlen. Darauf einigten sich die Parteien am Dienstag in einer Güteverhandlung vor einer Zivilkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Schafft der strafrechtlich bereits verurteilte Täter es, bis Ende 2019 eine Teilsumme von 10 000 Euro an das Opfer zu zahlen, bekommt er den Rest erlassen.

„Der Angeklagte befindet sich in desolaten finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnissen“, sagte Richter Markus Bader über den mittellosen Schriftsteller, der spätestens 2015 nach vier Jahren und neun Monaten aus der Haft entlassen wird. Er hatte im März 2010 auf der Durchreise nach Südtirol die Filiale der inzwischen insolventen Kette überfallen, um mit der Beute ein neues Leben im Süden anzufangen. Dabei ging er allerdings recht dilettantisch vor.

Die Verkäuferinnen bedrohte er mit einem Messer, beruhigte sie aber zugleich, ihnen nichts tun zu wollen. Das klagende Opfer litt in der Folge dennoch unter massiven psychischen Problemen. Monatelang war die heute 49-Jährige arbeitsunfähig und musste wegen einer posttraumatischen Störung und Depressionen eine Psychotherapie machen. Zum Ausgleich forderte sie zunächst Schadenersatz von gut 22 000 Euro von dem Täter - doch die Parteien einigten sich auf den „realistischeren Betrag“ von 16 000 beziehungsweise 10 000 Euro.

dpa

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