Prächtige Frühjahrsblüher wie Traubenhyazinthen, Narzissen und Osterglocken werden durch Kälte und Schnee konserviert.
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Prächtige Frühjahrsblüher wie Traubenhyazinthen, Narzissen und Osterglocken werden durch Kälte und Schnee konserviert.

Garten-Expertin verrät Tipps und Tricks

Schnee im April: Spontan-Hilfe für Bayerns Hobby-Gärtner - So gelingt der Kälteschutz für Beet und Baum

  • vonCornelia Schramm
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Hyazinthen, Narzissen und Obstbäume in ihrer vollsten Pracht: Der Frühling hat sie vergangene Woche alle erblühen lassen. Kann ihnen der Schnee jetzt zur Gefahr werden? Eine Expertin klärt auf.

Aidling – Viele Hobby-Gärtner juckte es bei den frühlingshaften Temperaturen bereits in den Fingern: Saftige Salatpflänzchen zieren seitdem wieder ihre Beete. Hellblaue Hortensien die Terrassen. Die vielen Sonnenstunden ließen auch Obstbäume und Blumen im Garten nicht unbeeindruckt. Kirschen und Aprikosen standen in voller Blüte. Hyazinthen und Osterglocken sprießten. Mit Schrecken mag da wohl so mancher Pflanzenliebhaber auf den Wintereinbruch reagiert haben. Kann der Schnee dem Garten gefährlich werden?

Der Schnee ist kein Grund zur Panik, sagt Magdalena Kühn, zweite Vorsitzende des oberbayerischen Bezirksverbandes für Gartenkultur und Landespflege. Gerade wenn er nur so kurz liegen bleibt. Frühjahrsblüher wie Narzissen sind sogar froh um die Kühle, lässt sie verfrühte Wärme doch oft viel zu vorschnell austreiben, so Kühn. „Wenn sie nicht gleich durch ganze Schneemassen umknicken, halten sie so sogar viel länger“, weiß die Garten-Expertin. Schnee im April isoliert und konserviert also nicht nur die Pflanzen, er versorgt den Boden auch mit wertvollen Wasserreserven.

Kälteschutz für Blumen und Obstbäume

In ihrem heimischen Garten in Aidling (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) kann Kühn es meist selbst nicht lassen, schon bei den ersten Sonnenstrahlen im März wieder anzupacken. „Auf meinen Salatpflänzchen liegt jedes Jahr Schnee“, sagt sie. Geschadet hat es ihnen nie. Im richtigen Moment muss man eben reagieren. Sollte es etwa über Nacht besonders frostig werden, empfiehlt Kühn, die Pflanzen einfach mit einem Gartenfleece zu bedecken. Ebenso wie Obst- und Spalierbäume. Hat man keines zur Hand, tut es der Expertin zufolge auch ein altes Leintuch.

Wer nicht abgedeckt hat, kann den Schnee am Morgen auch ganz vorsichtig abschütteln. „So verringert man den Druck“, erklärt Kühn. Und wo das Tränende Herz schon blüht oder der Rhabarber aus der Erde spitzt, schützt auch ein umgestürzter Eimer vor Frost. „Das isoliert die Pflanzen in der Nacht vor Kälte“, erklärt sie. „Damit sie nicht schwitzen, sollte man sie am Tag aber gleich wieder an die Luft und Sonne lassen.“ Auch Balkon-Pflanzen kann man so gut vor Kälte schützen. „Am besten stellt man sie zusammen in eine windgeschützte Ecke oder an die Hauswand“, erklärt Kühn. Schon ein bis zwei Grad können für Topf- und Kübelpflanzen eben den entscheidenden Unterschied machen.

Pflanzen, Stauden und Obstbäume sind also robuster als viele denken und stecken den kurzen Wintereinbruch gut weg. „Wenn es noch eine Weile kühl bleibt, ist uns das sogar ganz lieb“, sagt auch Karl-Ludwig Rostock vom Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbands. Der Schnee verlangsame die Vegetation und der Spätfrost könne den Obstbäumen in ein paar Wochen so weniger anhaben. Von Cornelia Schramm

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