Winterwunderland sorgt bayernweit für Chaos

München - Heftige Schneefälle haben in Oberbayern zu zahlreichen Unfällen geführt. In München krochen die Autos im Berufsverkehr mehr als sie fuhren. Auch der Flugplan am Flughafen München wurde durcheinandergewirbelt. Derweil steigt die Lawinengefahr.

Einen außerplanmäßigen Zwischenstopp mussten gestern früh 220 Zugfahrgäste – ein Großteil davon Schüler – im Chiemgau einlegen: Ein mit Schnee bedeckter Baum war auf die Oberleitung der Regionalbahn zwischen Siegsdorf und Ruhpolding (Kreis Traunstein) gefallen. Wie die Bundespolizei mitteilte, habe die Stromversorgung erst noch gehalten. Doch dann sei der Zug gekommen, die Versorgung brach zusammen. Eine Weiterfahrt war unmöglich.

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Die eingeschlossen Fahrgäste sollten mit einem Rettungszug evakuiert werden. Das gestaltete sich aber schwieriger als gedacht, denn die Strecke war durch weitere umgefallene Bäume blockiert. Feuerwehr und Bundespolizei mussten sie erst wegräumen, bevor der Zug zur Unfallstelle vorrücken konnte. Knapp vier Stunden nach der Havarie, um 11.15 Uhr, konnten die Eltern ihre Sprösslinge unversehrt in Empfang nehmen.

Eine Gefahr, dass der Baum auf den Zug fällt, bestand zu keiner Zeit, so die Bundespolizei. Die Strecke wird laut Deutscher Bahn auch noch heute gesperrt sein. Insgesamt seien rund 600 Meter Oberleitung beschädigt. Es fahren Busse.

Rettungsaktion bei Ruhpolding

Bilder: Schüler aus Zug evakuiert

Starke Schneefälle und Eisesglätte haben auch die Autofahrer ausgebremst. Laut den Polizeipräsidien Süd und Nord waren seit dem Morgen erhöhte Unfallzahlen registriert worden. Allein im nördlichen Zuständigkeitsbereich wurden bis zum Vormittag rund 25 Unfälle gezählt, bei denen sich acht Menschen verletzten. „Das entspricht etwa zehn Prozent mehr als normal“, sagte ein Polizeisprecher. Autos seien in den Graben gerutscht oder Lastwagen liegengeblieben. Besonders betroffen waren die Kreise Freising, Ebersberg und Starnberg.

Auch den Flugplan am Flughafen München wirbelten die heftigen Schneefälle durcheinander. Bis 8 Uhr fielen 30 Flüge aus, 200 hatten Verspätung – die meisten zwischen einer halben und einer Stunde. „Eine halbe Stunde mussten wir sogar beide Bahnen gleichzeitig schießen“, sagt Flughafensprecher Florian Steuer. Um 8 Uhr waren die Bahnen wieder offen.

Auf der A 9 bei Bayreuth ist am Montagabend ein Mensch bei einem Unfall schwer verletzt worden. Der Wagen geriet auf der schneenassen Fahrbahn ins Rutschen und krachte in ein anderes Auto.

Unterdessen steigt die Lawinengefahr. Für die Allgäuer Alpen gilt seit gestern die Gefahrenstufe vier auf der fünfstufigen Skala. Auch im übrigen bayerischen Alpenraum ist die Gefahr oberhalb der Waldgrenze mit Stufe 3 erheblich. Da es weiter schneien soll, bleibt die Situation laut Lawinenlagenbericht in den nächsten Tagen angespannt

ed/lby

Rubriklistenbild: © dpa

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