Erfolgreiche Einkaufstour: Shannon (v.li.), die kleine Ashleigh und Simoney leben eigentlich in Südafrika, zum Weihnachts-Bummel sind sie aber nach München gekommen. foto: marcus schlaf

Mit dem Schnee kommen die Kunden

München - Bisher gingen es die Münchner eher gemütlich an und hielten sich mit Weihnachtseinkäufen im Vergleich zum vergangenen Jahr zurück. Doch am vierten Adventswochenende will der Einzelhandel endlich durchstarten.

„Wir gehen davon aus, dass der kommende Samstag der umsatzstärkste Tag des Jahres wird“, prognostiziert Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern (HBE). Hunderttausende Kunden werden dann in die Innenstadt drängen.

Vor allem die Wetteraussichten spielen dem Einzelhandel in die Karten. Das bisher milde Wetter ließ bei den Münchnern kaum Weihnachtsstimmung aufkommen. „Bei 15 Grad am Marienplatz denkt doch keiner daran, eine Winterjacke zu kaufen“, sagt Wolfgang Fischer von „City-Partner“, dem Marketingverein der Innenstadthändler. Am Samstag aber soll laut Wetterprognose nun der langersehnte Schnee fallen.

Inständig hofft dies der Textilhandel, den der ausbleibende Winter hart getroffen hat. Ein Branchenexperte, der lieber anonym bleiben möchte, spricht von „steigender Unruhe und Angst“ im Textil- und Wintersportbereich. Mancher Händler denkt sehnsüchtig an letztes Jahr, als München am ersten Advent schon verschneit war. Bei „SportScheck“ hieß es, die Nachfrage nach warmen Skitextilien sei bisher geringer als im „Superwinter 2010“. Mit den ersten Schneeflocken letzte Woche habe sie aber bereits deutlich angezogen. Der ausbleibende Umsatz führt heuer im Textilhandel zu unkonventionellen Maßnahmen, die normal eher in der Nach-Weihnachtszeit üblich sind. „Es gibt die wildesten Rabatte“, bestätigt Heinrich Hasselmann vom Einkaufszentrum „pep“ in Neuperlach. Die „Massivität und Höhe der Rabatte“ sei sehr ungewöhnlich.

Weniger wetterabhängige Händler ziehen schon jetzt ein positives Fazit. Gut verkaufen sich laut Bernd Ohlmann vom HBE Klassiker wie Uhren und Schmuck sowie Elektronikartikel wie Smartphones und Flachbildfernseher. „Wir liegen gut über dem Vorjahr“, berichtet auch Gerald Funk, Geschäftsführer von „Kustermann“ am Viktualienmarkt. Beliebt seien neben hochwertigen Kaffeemaschinen die neuen Roboter-Staubsauger. Ebenfalls zufrieden zeigt sich das Dekorationsgeschäft „Butlers“. Bei Weihnachtsartikeln habe man „deutlich zulegen“ können, sagt Geschäftsführer Wilhelm Josten.

Dass die Münchner ihre Weihnachtseinkäufe so spät erledigen, sieht Josten als generellen Trend zu „Last-Minute-Einkäufen“. Da Weihnachten heuer auf einen Samstag fällt, bleibt noch die ganze nächste Woche zum Shoppen. Ohlmann rechnet mit vollen Läden: „Da wird es richtig abgehen in der Innenstadt.“

Angelo Rychel

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