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Die Sumo-Ringer aus Schnee und Eis waren auf den Knirps gekracht

Schnee-Sumo-Ringer fällt auf Louis (3)

Berchtesgaden - Die Schnitzschule Berchtesgadener Land schafft im Winter riesengroße Schneefiguren. Eine gigantische Eisfigur sorgt jetzt weltweit für Schlagzeilen.

Normalerweise ist es Holz, das die Künstler von der Schnitzschule Berchtesgadener Land bearbeiten. Doch auch aus Schnee können sie tolle Figuren gestalten – wenn’s sein muss, riesengroße. Ein Team der Schule schnitzte Ende Januar in Leutasch (Tirol) eine drei Meter hohe Schnee-Skulptur, die Sumo-Ringer darstellt. Und die sorgte plötzlich weltweit für Schlagzeilen!

Die gigantische Eis-Skulptur stürzte nämlich auf einen kleinen Touristen (3) aus England, und auf diese Story stürzten sich wiederum die britischen Boulevard-Medien. So verbreitete sich die Nachricht von den Berchtesgadener Sumo-Ringern bis nach Japan und sogar Australien.

Louis Nisbett-Vindal aus Chorleywood in Großbritannien macht mit seinen Eltern Michelle und Yves in Leutasch Winter-Urlaub. Am Sonntagnachmittag spielt der Kleine in der Nähe der Ringer. Er findet etwas, was von den kämpfenden Skulpturen he­runtergefallen ist: einen Arm.

Klein-Louis will das Teil wieder an die Ringer pappen – da passiert es: Die Schnee-Sportler brechen über ihm zusammen – der Bub ist lebendig begraben! Vater Yves (31), der alles von der anderen Straßenseite beobachten musste, schildert die schrecklichen Sekunden: „Da war ein Krachen. Mein Bub verschwand unter den Massen!“ Zusammen mit Passanten gräbt der Vater wie wild. „Der Schnee war wie Beton“, erzählte er später, „meine Hände bluteten, doch das war mir egal.“

Schnell entdecken sie den kleinen Louis, der schon blau angelaufen ist. Laut Vater Yves wird der Bub Mund-zu-Mund beatmet. Ein Hubschrauber bringt das Kind in die Innsbrucker Uniklinik. Ein Sprecher zu tz: „Er war nur eine Nacht zur Beobachtung hier, dann durfte er wieder heim.“ Glück gehabt.

Aber: Die britischen Medien bekommen Wind von der Sache, und jetzt geht’s richtig los. Mal ist von künstlichem Koma die Rede, mal heißt es gar, dass der Bub als Lawinen-Opfer behandelt wurde. Die Welle ist nicht mehr zu stoppen; Verwandte, der Arbeitgeber der Vaters und Nachbarn dürfen sich äußern.

Die aber die die Skulptur geschaffen haben, wussten am Donnerstag noch gar nichts von dem Unfall. Norbert Däuber, Leiter der Berufsfachschule für Holzbildhauerei und Schreinerei im Kreis Berchtesgadener Land, zu der die Schnitzschule gehört: „Wir haben am 28. Januar die Schnee-Skulptur intakt übergeben. Was danach passierte, wissen wir nicht.“ Oft seien solche Skulpturen Vandalismus ausgesetzt, was die Standfestigkeit beieinträchtigen könnte. Däuber bedauert den Vorfall, auch wenn seine Schnitz-Schüler keinerlei Einfluss darauf hatten: „Es tut uns schrecklich leid, wenn jemand verletzt wurde.

mc, ast

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