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Oben am Wendelstein das Sonnenbad, unten im Tal die Nebelsuppe. So war gestern die Wetterlage.

Wintervorbote am Wochenende

Schnee vertreibt die letzten Sonnentage

München - Der lange Zeit goldene Oktober weicht pünktlich zur Umstellung auf die Winterzeit den ersten Schneeflocken in Tieflagen. Bei diesem ersten Vorboten des Winters müssen sich auch Autofahrer und Gartenfreunde warm anziehen.

Was waren das für prächtige Wandertage am vergangenen Wochenende. Bei bis zu 25 Grad und Sonne satt feierte der Spätsommer in Oberbayern seine Wiedergeburt. Nur eine Woche später werden die Temperaturen nun erstmals in diesem Herbst unter den Gefrierpunkt fallen. Der erste Schnee kündigt sich für das Wochenende an.

„Nachts kann es auch im Flachland Temperaturen von -5 Grad und darunter geben“, sagt Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst in München im Hinblick auf das kommende Wochenende. Während es bis Donnerstag bei Nebel in Tieflagen tagsüber rund 10 Grad und am Alpenrand und höheren Lagen sogar ein paar Grad mehr haben kann, ändert sich das am Freitag schlagartig. Denn ein Tiefdruckgebiet über Nordeuropa dehnt sich in Richtung Süden aus. Die Folge: Frost, die Schneefallgrenze sinkt auf 400 Meter. „Im Flachland wird das wenig, in höheren Lagen können am Samstag aber auch 20 Zentimeter fallen, die dann liegen bleiben“, so Wünsche. Für Autofahrer sei wegen stellenweise drohender überfrierender Nässe endgültig die Zeit für Winterreifen gekommen.

Mit dem ersten Schnee beginnt der Ansturm auf die Autowerkstätten. „Die Faustregel für Winterreifen – Oktober bis Ostern – kennt jeder. Trotzdem werden tatsächlich rund 50 Prozent der Autofahrer vom ersten Schnee überrascht und kümmern sich erst dann um den Reifenwechsel“, sagt Axel Arnold vom ADAC-Regionalclub Südbayern. 40 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg riskiert jeder, der bei winterlichen Straßenverhältnissen auf Sommerreifen unterwegs ist – und sich und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

Ein Auto winterfest zu machen, bedeutet aber mehr als den Wechsel auf Reifen mit Schneeflocken- und „M+S“-Symbol. „Winterfest heißt auch, dass die Flüssigkeiten Frostschutz haben, die Beleuchtung funktioniert und die Wischblätter schmierfrei wischen“, sagt Axel Arnold. Auch die Batterie müsse man prüfen. „Viele brechen in der ersten Frostnacht zusammen. Leere Autobatterien sind dann Thema Nummer eins für unsere Pannenhelfer.“

Wegen des bevorstehenden Frostes gilt es nun aber auch, den Garten winterfest zu machen. Frostempfindliche Topfpflanzen gehören ins Warme. „Engelstrompeten zum Beispiel sollten jetzt auf jeden Fall rein. Es gibt aber auch andere Pflanzen, wie den Oleander, die halten auch bei tieferen Temperaturen durch“, erklärt Robert Salzberger vom Landesverband für Gartenbau und Landpflege. Man solle sich über die Frostfestigkeit seiner Pflanzen informieren.

Bei bevorstehenden Minustemperaturen sollte aus offenen Leitungen im Freien das Wasser abgelassen werden, damit es nicht darin gefriert. Empfindliche Terrassenmöbel gehören ins Hausinnere oder wetterfest abgedeckt. Und wer noch Zeit hat, für den hat Salzberger einen Tipp: „Es ist gut, wenn der Rasen einigermaßen gemäht in den Winter geht. Denn wenn er unter dem Schnee knickt, fault er leicht.“

Anhänger von Bauernregeln wussten übrigens schon vor den Meteorologen, dass es am Wochenende Schnee gibt. „Simon und Judä hängen an die Stauden Schnee“, lautet etwa eine Regel für den 28. Oktober (Sonntag). Und danach: „Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter schnell herbei.“ Meteorologe Wünsche betrachtet solche Weisheiten freilich lächelnd: „Nennen wir dieses Wochenende mal besser einen Vorboten des Winters.“

Johannes Markmann

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