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Auf schneeglatten Straßen ereigneten sich in Oberbayern und Schwaben zahlreiche Auffahrunfälle mit Blechschäden

Eis und Schnee: Viele Autos landen im Graben

München/Kempten - Langanhaltende Schneefällen haben am Dienstag in Südbayern zu erheblichen Behinderungen im Straßen- und Flugverkehr geführt.

Auf schneeglatten Straßen ereigneten sich in Oberbayern und Schwaben zahlreiche Auffahrunfälle mit Blechschäden, Autos rutschten in Straßengräben, Lastwagen stellten sich quer und blockierten Fahrbahnen. Die Polizei meldete einige Leichtverletzte.

Allein im Großraum Weilheim, Rosenheim und Traunstein kam es zwischen 5 und 12.30 Uhr zu mehr als 80 Unfällen auf schneeglatter Fahrbahn. In den meisten Fällen rutschten Fahrzeug von der Straße oder gegen andere Fahrzeuge. Bei acht Unfällen gab es Leichtverletzte. Bei heftigem Schneetreiben kippte im Landkreis Fürstenfeldbruck ein Lastwagen um.

Am Münchner Flughafen kam zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Flugverkehrs. Die Start- und Landebahnen mussten ständig geräumt und die Tragflächen der Flieger enteist werden. Nach Angaben eines Flughafensprechers mussten wegen der heftigen Schneefälle zunächst rund 60 Flüge gestrichen werden. Für die Passagiere von etwa weiteren 100 Flügen ergaben sich Verspätungen durch zusätzliche Wartezeiten von über 30 Minuten. Betroffen waren innerdeutsche und innereuropäische Flugrouten. Die Landstreckenflüge konnten den Angaben zufolge ohne nennenswerte Verzögerungen abgefertigt werden.

Schnee und Eisregen behinderten auch im Allgäu und in Nordschwaben den morgendlichen Berufsverkehr erheblich. Bei Auffahrunfällen krachte es häufig. Im Allgäu wurden in wenigen Stunden mehr als 30 Unfälle auf glatten Straßen registriert, in Nordschwaben waren es über 40 Rutschunfälle mit fünf Leichtverletzten. In Oberbayern meldete die Polizei über 40 schnee- und glättebedingte Unfälle. Fast durchgehend sei unangepasste Geschwindigkeit Grund für die Unfälle gewesen, teilte die Polizei mit.

Am Riedberpass, mit 1420 Meter Deutschlands höchst gelegene Passstraße zwischen Fischen im Oberallgäu und Hittisau im Bregenzerwald, wurde Schneekettenpflicht angeordnet. Die dortigen Steigungen mit rund 16 Prozent gehören zu den steilsten in Deutschland.

In Niederbayern und der Oberpfalz registrierte die Polizei bei Neuschnee rund zwei Dutzend Verkehrsunfälle mit einigen Leichtverletzten. “Es waren im Wesentlichen Rutscher gegen Laternenpfähle, in den Straßengraben oder wohin auch immer“, sagte der Regensburger Polizeisprecher Michael Rebele. Im Bayerischen Wald waren in der Nacht teils bis zu 15 Zentimeter Neuschnee gefallen. Auch auf den Autobahnen und Bundesstraßen kamen die Räumdienste kaum nach. Besonders viele Verkehrsbehinderungen gab es im Raum Passau.

Die Schneefälle werden in den nächsten Tagen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zunehmen. Gleichzeitig soll es mit Nacht- Temperaturen um minus 20 Grad in Oberfranken grimmig kalt werden. Zum Wochenende erwarten die Meteorologen ergiebige Schneefälle bis zu 50 Zentimeter. Bei eisigem Wind müsse mit Verwehungen gerechnet werden. In ganz Bayern bleibt es tagsüber bei Dauerfrost um minus fünf bis null Grad. Ein Zwischenhoch wird vereinzelt zu Sonnenschein führen.

Die Liftbetreiber im Allgäu freuen sich über die Schneefälle. In der Region liege bisher wenig Schnee, sagte ein Mitarbeiter der Riedbergerhornbahn bei Balderschwang im Oberallgäu. Am 2224 Meter hoch gelegenen Nebelhorn bei Oberstdorf liegen derzeit rund 1,60 Meter Schnee, im grenzüberschreitenden Skigebiet Fellhorn/Kanzelwand sind es nach Auskunft der Bergbahnbetreiber 80 Zentimeter. Auf der 2962 Meter hohen Zugspitze ist die Schneedecke 1,80 Meter dick. Trotz der Schneefälle herrscht in den Bergen nach Angaben des Lawinenwarndienstes derzeit geringe Lawinengefahr.

Der Jagdverband forderte zum Schutz von Wildtieren Rücksicht beim Wintersport und das Anleinen von Hunden in freier Wildbahn. Der Winter sei die härteste Jahreszeit für Wild wie Hirsche, Rehe und Hasen. Das Aufscheuchen von Tieren und die damit verbundene kraftraubende Flucht wegen streunender Hunde sollte auf jeden Fall vermieden werden, hieß es. Auch Wintersportler seien aufgerufen, auf den ausgewiesenen Pisten und Loipen zu bleiben.

dpa

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