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Fluch oder Segen? Im Umweltausschuss diskutierten die Abgeordneten über künstliche Beschneiung, wie hier an der Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen. 

Von schädlich zu undramatisch

Schneekanonen: Umweltministerium rudert zurück

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München – Erst ließ das Umweltministerium verlauten, die Beschneiung von Skigebieten würde die Alpen nachhaltig schädigen. Nun soll die Modernisierung "undramatisch" sein. Was denn nun?

Die Modernisierung von Skigebieten mithilfe von Schneekanonen kann die Natur in den Alpen über Jahrzehnte hinweg schädigen. Diese Einschätzung des Umweltministeriums in einem Bericht von Ende Mai hat für reichlich Diskussionen gesorgt. Die Opposition im Umweltausschuss des Landtags sah sich in ihrer Kritik bestätigt, während die CSU die Debatte als „völlig übertrieben“ bezeichnete. Jetzt ruderte das Ministerium teilweise zurück.

Am Donnerstag nahmen zwei Experten aus dem Umweltministerium vor dem Ausschuss zu dem schriftlichen Bericht über die ökologischen und geologischen Auswirkungen von künstlicher Beschneiung nochmals persönlich Stellung. Und siehe da: Schon hörte sich die Bestandsaufnahme deutlich gemäßigter an als noch einen Monat zuvor. Die Auswirkungen von künstlicher Beschneiung seien „überschaubar“ und „undramatisch“, sagte der Ministerialbeamte Christian Wanger. Die Haupteingriffe würden vielmehr beim Anlegen der Pisten geschehen.

In der schriftlichen Fassung hieß es noch: „Bei der Verlegung von Wasser-, Druckluft- und Stromleitungen werden schwere Baumaschinen eingesetzt und gerade in höheren Lagen kann es viele Jahrzehnte dauern, bis sich Humusschicht, Bodenleben sowie Pflanzen- und Tierwelt von den Eingriffen erholen können.“ Wanger betonte, dass bei Baumaßnahmen im Gegensatz zu früher aber darauf geachtet werde, den Boden zu schonen, indem nach Möglichkeit leichte Maschinen eingesetzt werden und die obere Bodenschicht später wieder aufgelegt wird. „Die Natur regeneriert sich, auch bei schweren Eingriffen“, sagt Wanger. SPD-Umweltpolitiker Florian von Brunn, der den Bericht angefordert hatte, sagte, er habe den Eindruck, dass bei der mündlichen Einschätzung „die Schokoladenseite nach oben gekehrt werden sollte“.

Der Streit um den Einsatz von Schneekanonen landet seit Jahren regelmäßig auf der Tagesordnung des Umweltausschusses. Die Staatsregierung fördert den Ausbau der bayerischen Skigebiete, damit diese zumindest halbwegs mit der großen Konkurrenz in Tirol mithalten können. Die Opposition vertritt dagegen die Auffassung, auch mit Kunstschnee lasse sich der Klimawandel nicht aufhalten. Laut Wanger werden in Bayern 946 Hektar Fläche künstlich beschneit – dreimal so viel wie vor 15 Jahren.

Von Brunn erneuerte die Forderung der SPD: „Wir sind strikt gegen die finanzielle Unterstützung von Schneekanonen mit Steuermitteln.“ Auch die Folgen der Wasserentnahme würden in Bayern nach wie vor unterschätzt. Grünen-Abgeordnete Rosi Steinberger forderte Umweltverträglichkeitsprüfungen für alle Beschneiungsanlagen – egal wie groß, in welcher Höhe und auf welchem Gebiet.

Eric Beißwenger (CSU) entgegnete, entscheidend sei, dass nach der Ski-Saison wieder alles zugewachsen ist. Durch den zusätzlichen Schnee sei die Grasnarbe sogar besser geschützt. Auch Benno Zierer (FW) sieht darin einen positiven Effekt. Dominik Göttler

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