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Keine Instagram-Selfies mehr: Bayerischer Nationalpark sperrt beliebten Touristen-Hotspot

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Von: Thomas Eldersch

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Müll, Lärm und andauernde Notrufeinsätze ließen dem Landratsamt Berchtesgadener Land keine Wahl. Sie sperrten jetzt einen beliebten Touristen-Hotspot im Nationalpark.

Schönau am Königssee - Er gilt schon lange nicht mehr als Geheimtipp im Nationalpark Berchtesgaden - der Königsbach-Wasserfall. Besonders beliebt bei Touristen ist der obere Teil des Wasserfalls gelegene, natürliche Infinity-Pool. Viele nutzen die atemberaubende Kulisse um Selfies für Instagram oder andere soziale Medien zu machen. Damit ist jetzt Schluss.

Nationalpark Berchtesgaden: Die Tier- und Pflanzenwelt wurde massiv geschädigt

Tausende von Touristen seien jedes Jahr zu dem Foto-Hotspot gereist, um sich entweder im Pool oder darum herum abzulichten, heißt es vom Nationalpark Berchtesgaden. Besonders der Gumpen im oberen Bereich des Wasserfalls diente häufig als Fotomotiv. Aber mit den Touristen kam auch der Müll. Damit nicht genug. Die Tierwelt wurde massiv durch die lärmenden Touristen gestört.

In den vergangenen Sommern habe sich durch die Gäste ein weit verzweigtes Netz aus Trampelpfaden mit einer Länge von mindestens drei Kilometern neu gebildet, heißt es. Dadurch seien der Boden sowie die Tier- und Pflanzenwelt stark gefährdet worden. Dazu brachten sich die Besucher, immer öfter bei den Versuchen noch spektakulärere Bilder zu schießen, häufig selbst in Gefahr. Die Retter mussten regelmäßig ausrücken, um in Not geratene Touristen zu retten. Sogar illegale Lagerfeuer wurden in dem Nationalpark angezündet.

Königsbach-Wasserfall: Natur soll Zeit bekommen, sich zu erholen

Jetzt ist vorerst damit Schluss. Zumindest für die nächsten fünf Jahre. Die neue Verordnung soll zur Erholung der Vegetation beitragen und Bodenwunden schließen. Eine weitere Sperrung nach den kommenden fünf Jahren sei nicht ausgeschlossen. „Damit soll der Natur Zeit gegeben werden, sich wieder zu erholen“, teilte das Landratsamt mit. Die Verordnung, die das Landratsamt Berchtesgadener Land* als untere Naturschutzbehörde erlassen hat, trat am 30. Juni in Kraft. (tel/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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