Schönheitschirurg: Absichtliche Fehler bei OP

Würzburg - Ein Schönheitschirurg muss sich von Montag an vor Gericht verantworten, weil er unter anderem absichtlich eine Wundkompresse im Bauch eines Patienten gelassen haben soll.

Der 76-Jährige aus Düsseldorf soll bei der Operation des 30 Jahre alten Mannes im August 2004 zudem eine Kosmetikerin als OP-Schwester eingesetzt haben. Die Staatsanwaltschaft am Amtsgericht wirft dem Arzt Körperverletzung, Betrug und versuchten Betrug in drei Fällen vor.

Seit April dieses Jahres sitzt der Angeklagte, der bisher nicht gestanden hat, in Untersuchungshaft. Der Anklage zufolge hatte der Chirurg eine Praxis in Würzburg - “Zentrum für ästhetische Medizin“ genannt. Hier operierte er den damals 30-Jährigen wegen Leistenbrüchen und anderer Verletzungen. Während der OP soll der Arzt die Kosmetikerin, die über keinerlei medizinische Vor- und Ausbildung verfügte, als Schwester eingesetzt haben.

Während der OP soll die Frau den Mediziner darauf hingewiesen haben, dass im Körper des Patienten noch eine Kompresse sei. Laut Staatsanwaltschaft hat der Chirurg die Kompresse absichtlich im Bauch des Kranken gelassen und die Wunde vernäht. Das Opfer litt später unter starken Schmerzen und musste erneut operiert werden. Der Mediziner muss sich außerdem wegen Betrugs verantworten.

Der Mann soll im März 2005 einen Notarzt veranlasst haben, ihn wegen einer angeblichen Erkrankung in die Intensivstation am Uniklinikum Würzburg einzuweisen. Damit wollte der heute 76-Jährige wahrscheinlich einer Festnahme durch die Polizei entgehen. In der Klinik soll der Arzt angegeben haben, dass er versichert sei - dies stimmte nicht.

Bis heute wartet das Klinikum darauf, dass der Mediziner seine Behandlungskosten bezahlt. Möglicherweise wird das Urteil bereits am Mittwoch (28. Oktober) gesprochen. Im kommenden Februar steht der Angeklagte wegen grober Fehler bei einer Brustvergrößerung erneut vor Gericht.

dpa

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