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Beim Konzert der Biermösln wurde das Verbrechen geklärt.

Schräge Verbrecherjagd beim Konzert der Biermösl Blosn

Griesstätt – Die Biermösl Blosn, ein geduldiger Polizist, eine verschenkte Eintrittkarte, ein unschuldiger Arzt und ein bestohlener Dieb – das alles sind die Zutaten für die Klärung eines Einbruchs in einer Edlinger Spenglerei (Kreis Rosenheim).

Los geht die schräge Geschichte im Januar. Der Besitzer einer Spenglerei meldete sich bei der Polizei: In der Nacht war in seinen Betrieb eingebrochen worden. Der Täter hat aus dem Safe rund 1000 Euro Bargeld mitgehen lassen. Was die Beamten stutzig machte: Offenbar war der Einbrecher vorher in der Werkstatt gewesen. Weil aber dort keine Einbruchsspuren zu entdecken waren, schloss die Polizei, dass hier jemand die Schlüssel zu Werkstatt gehabt haben musste. Schnell geriet ein Angestellter der Spenglerei in Verdacht. Doch dem jungen Mann war nichts nachzuweisen.

Mittlerweile war dem Spenglermeister aufgefallen, dass auch eine von zwei Karten für den Auftritt der Biermösl Blosn zum 125-jährigen Bestehen der Schützengesellschaft Griesstätt im Juli verschwunden war. Die Beamten der Wasserburger Polizei haben daraufin scharf kombiniert: Wer eine solche Karte klaut, geht vielleicht auch auf das Konzert, so ihre Überlegung. Da die Karten durchnummeriert waren und das zweite Ticket noch vorlag, kannte die Polizei die konkrete Nummer der gestohlenen Eintrittskarte.

Am 27. Juli war es schließlich so weit: Nicht nur die Besucher strömten zum ausverkauften Festzelt am Ortsrand von Griesstätt, sondern auch der ermittelnde Polizist: „Ich hab’ mich also bei der Einlasskontrolle aufgestellt und gewartet, bis die richtige Karte vorgezeigt wurde“, erzählt der Beamte. Und tatsächlich kam die fragliche Nummer: Sie wurde von einem bekannten Allgemeinmediziner aus der Region vorgezeigt. Der fiel aus allen Wolken, als ihn die Polizei zu einem Gespräch unter vier Augen bat. Der verblüffte Mediziner erklärte, von einem Einbruch sei ihm nichts bekannt. Er habe die Karte geschenkt bekommen – von seinem angehenden Schwiegersohn.

Der sagte bei seiner Befragung aus, auch er habe die Karte als Geschenk erhalten – und zwar von seiner Schwester. Und die war – der Kreis schloss sich nun – die damalige Freundin des verdächtigen Angestellten aus der Spenglerei. Als die Beamten mit der Frau sprachen, staunten auch die Ermittler nicht schlecht. Von einem Einbruch wisse sie nichts. Wie sie erklärte, hatte sie die Karte zufällig in der Türablage ihres Autos gefunden. Ihr war klar, dort konnte sie nur ihr Freund deponiert haben.

Die hat die Karte dann einfach an sich genommen, ohne dem Freund Bescheid zu sagen. Weil sie am 27. Juli dann doch verhindert war, gab sie die Karte an ihren Bruder weiter. So war das Ticket schließlich und endlich bei dem Arzt gelandet. Am meisten überrascht war am Ende wohl der überführte Täter selbst: Er hatte die Karte noch immer im Auto vermutet.

Klaus Kuhn

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