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Adem D. wurde hier erstochen in seinem Schrebergarten gefunden. Jetzt hat der Tatverdächtige gestanden.

Untreue Ehefrau war wohl der Grund

Schrebergarten-Mord: Es gibt ein Geständnis

Ingolstadt: Zwei Parzellennachbarn eines Schrebergartens geraten in Streit. Es geht um Eheprobleme und Männlichkeit. Nur einer von beiden überlebt.

  •  Zwei Parzellennachbarn streiten im Schrebergarten, worauf ein 42-Jähriger einen 36-Jährigen mit mehreren Messerstichen getötet haben soll.
  • Den Streit löste wohl die untreue Ehefrau des 42-jährigen Türken aus. 
  • Urteil wird am 30. Juli 2019 erwartet.

Update vom 21. Mai 2019, 13.02 Uhr: Es sollte ein geruhsamer Feiertag im Schrebergarten werden, es wurde zu einem blutigen Streit unter Parzellennachbarn. Am Ostermontag 2018 eskalierte in der Kleingartenkolonie in Gaimersheim (Landkreis Eichstätt) eine Auseinandersetzung: Ein Mann stach mehrfach auf seinen Gartennachbarn ein. Der 36-Jährige starb an etwa einem Dutzend Messerstiche, die teils lebenswichtige Organe wie das Herz trafen.

Zu Beginn des Mordprozesses vor dem Ingolstädter Landgericht am Dienstag räumte der 42 Jahre alte Gartennachbar des Opfers ein, dass er zugestochen habe. Er schilderte das Geschehen aber als eine Art Notwehr. Auslöser des Streits war nach seiner Aussage, dass sein Nachbar sich über die angeblich fehlende Männlichkeit des Angeklagten lustig gemacht habe.

Ehefrau soll eine Reihe außereheliche Affären gehabt haben

Der beschuldigte Lagerist ist überzeugt, dass seine Ehefrau, von der er inzwischen geschieden ist, eine Reihe außereheliche Affären gehabt habe. Der 36-Jährige soll an jenem Tag damit angegeben haben, dass die Frau auch ihn angemacht habe. „Halt's Maul, ich will das nicht hören“, habe er geantwortet, sagte der Türke vor Gericht. Nach weiteren Sticheleien soll der Jüngere dann zugeschlagen und später mit einem Messer auf seinen Kontrahenten losgegangen sein.

Der Angeklagte erklärte, dass das Messer bei dem Kampf irgendwann am Boden lag. Sein Nachbar habe es nehmen wollen, dann habe zuerst er es zu fassen bekommen. „Ich weiß, dass ich zweimal zugestochen habe“, sagte er. Auf die Anmerkung des Richters, dass nach den Ermittlungen aber mindestens elfmal zugestochen wurde, erwiderte der Angeklagte, dass er auch weitere Stiche gesetzt haben könnte. „Ich habe ein Blackout gehabt“, sagte er.

Angriff passierte wohl heimtückisch aus dem Hinterhalt

Die Staatsanwaltschaft geht von einem anderen Tatgeschehen aus. Sie ist überzeugt, dass das Opfer von dem Messerangriff überrascht wurde. Sie hat den 42-Jährigen deswegen wegen eines heimtückischen Mordes angeklagt, dem Mann droht somit eine lebenslange Haftstrafe.

Ein paar Stunden nach der Tat fand ein Kollege des Opfers die Leiche. Der 36-Jährige hätte eigentlich an dem Feiertag arbeiten müssen. Als er nicht erschien, fuhr der Zeuge zu dem Schrebergarten. Die Polizei hatte zunächst keine Spur und gründete eine Ermittlungsgruppe. Bereitschaftspolizisten suchten die Umgebung der Gartenanlage ab. Durch Zeugenbefragungen bekam die Kripo Hinweise auf den Parzellennachbarn, der einige Tage später von einem Spezialeinsatzkommando in einem Lokal festgenommen wurde.

In Hamburg kam es zu einem Mordversuch, als ein Mann ein Pärchen mit einer Waffe bedroht hatte und dann abdrückte. Das berichtet nordbuzz.de.

Originalmeldung vom 21. Mai 2019:

Ingolstadt - Nach einer Bluttat in einem Schrebergarten hat ein 42-Jähriger zugegeben, seinen Parzellennachbarn umgebracht zu haben. Zu Beginn des Prozesses vor dem Ingolstädter Landgericht räumte der Lagerist am Dienstag ein, mehrfach auf das 36 Jahre alte Opfer eingestochen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat als heimtückischen Mord, weswegen dem 42-Jährige eine lebenslange Haft droht.

Heimtückischer Mord: Es soll um die untreue Ehefrau gegangen sein

Der Angeklagte schilderte das Geschehen am Ostermontag 2018 in der Gartenanlage in Gaimersheim (Landkreis Eichstätt) aber eher als Notwehr. Sein 36 Jahre alter Gartennachbar habe erst eine Schlägerei begonnen und sei dann mit dem Messer auf ihn losgegangen, meinte der Türke. „Ich habe gesagt: Hör auf!“ Schließlich habe er im Kampf das am Boden liegende Messer genommen und selbst zugestochen. Auslöser des Streits soll eine Auseinandersetzung um die angeblich untreue damalige Ehefrau des Angeklagten gewesen sein.

Heimtückischer Mord: Ende Juli wird Urteil erwartet

Die Strafkammer hat zehn Verhandlungstage für das Verfahren geplant, das Urteil soll am 30. Juli verkündet werden. In dem Prozess wird das Gericht auch prüfen, ob der 42-Jährige möglicherweise vermindert schuldfähig war. Der Mann nimmt nach eigenen Angaben regelmäßig Drogen.

dpa

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