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Schulstreik: In München und ganz Deutschland gingen Schüler und Studenten auf die Straße (Symbolbild).

Schüler demonstrieren für bessere Bildung

München - Gegen Hochschulgebühren und für bessere Bildung sind Schüler und Studenten in Bayern auf die Straße gegangen. Sie erhielten dabei prominente Unterstützung.

Für eine bessere und gebührenfreie Hochschulausbildung haben sich am Mittwoch in München mehrere hundert Schüler und Studierende am bundesweiten Bildungsstreik beteiligt. Mit Protestrufen wie “Dichter und Denker, statt Bachelor und Banker“ demonstrierten mehrere junge Protestler gegen die bisherige Umsetzung der EU-weiten Bologna-Bildungsreform.  

Wegen der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge beklagen Studierende etwa verkürzte Lernzeiten, massive Verschulung und stärkere Prüfungsbelastungen. “Wir wollen, dass man auf Augenhöhe mit uns diskutiert, wir wollen ernst genommen werden“, forderte Eva Blomberg von der Studierendenschaft der Münchner Universität LMU. “Wir sind bereit, das Bildungssystem zu verbessern und können das auch“, sagte die Politikstudentin, die sich wie viele andere für eine verfasste Studierendenschaft in Bayern einsetzt.

Prominente Unterstützung für die Münchner Schüler- und Studentenschaft gab es von dem Wissenschaftler und SPD-Politiker Julian Nida-Rümelin, der einen Philosophie-Lehrstuhl an der LMU innehat. Gegenwärtig vertiefe sich eine Sozial- und Bildungsspaltung in der Gesellschaft, kritisierte Nida-Rümelin auf der Hauptkundgebung in München. Auf der einen Seite stünden gut gebildete, beruflich abgesicherte Bürger und jene, die “abgehängt“ würden. “Das ist nicht nur ein Skandal, sondern gefährdet auf Dauer auch den sozialen Frieden in diesem Land.“ Mit einem “Bildungscamp“ - von Studenten frei gestaltete Bildungs- und Kulturveranstaltungen - soll der Protest bis zum Ende der Woche fortgeführt werden. Auch in anderen bayerischen Städten wie Erlangen oder Würzburg wird gestreikt und protestiert.

Auch in Franken demonstrierten die Eleven

Einführung der Gesamtschule, Abschaffung der Studiengebühren, mehr Ausbildungsplätze: Schüler und Studenten haben am Mittwoch auch in Franken für Veränderungen im Bildungssystem demonstriert und sich damit an den bundesweiten Bildungsstreiks beteiligt. In Erlangen und Nürnberg nahmen nach Polizeiangaben mehr als 1000 junge Menschen an den Kundgebungen teil.

In Würzburg war eine weitere Demonstration geplant. In der Nürnberger Innenstadt versammelten sich Unterstützer der Initiative für ein selbstbestimmtes Bildungssystem zu einer zweitägigen Mahnwache. Man rechne man noch einmal mit 700 Teilnehmern zweiten Tag der Wache und an einer weiteren Demonstration, sagte Tanja Schuhmann, eine Sprecherin der Initiative.

Man wolle das Thema Bildung wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken, ergänzte sie. Zu den zentralen Forderungen gehöre die Einführung der Gesamtschule, mehr Mitbestimmung an den Schulen und Universitäten, die Abschaffung der Studiengebühren und ein Ende des “Leistungskampfes“ an den Universitäten. “Es gibt viel zu viele Studienabbrecher“, mahnte Schuhmann. Auch Auszubildende nahmen an den Demonstrationen teil, sie warben für mehr Lehrstellen und eine Übernahme durch die Betriebe nach dem Ende der Ausbildung.

lby

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