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Begeistert von der Erfindung: Anton Unertl präsentiert Juror Jörg Westermair seinen Rollator.

„Jugend forscht“

Daniel Düsentrieb lässt grüßen: Ein Rollator der Extraklasse, inspiriert vom Papamobil 

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Sie stehen Daniel Düsentrieb in nichts nach: Der elfjährige Anton Unertl will alten Menschen helfen und erfindet deshalb eine neue Art von Rollator. Jan Heckel entwickelt eine Fußschiene, die Erstaunliches schafft, wenn das Bein überlastet wird.

München – „Jugend forscht“ bietet wieder 126 Nachwuchs-Erfindern eine wichtige Bühne.

Das, was der Papst in seinem Papamobil hat, sollen andere doch auch haben. Mit dieser ambitionierten Überlegung machte sich der elfjährige Erfinder Anton Unertl vor über drei Monaten ans Werk. Sein Ziel: „Alten Menschen das Leben erleichtern“ – mit einem Rollator mit verstellbarem Dach und viel Komfort.

Jörg Westermair, Jurymitglied von „Jugend forscht – Schüler experimentieren“, ist Feuer und Flamme. Der Rollator sei nicht nur irgendein herkömmliches Gefährt. Der Schüler des Gymnasiums Gröbenzell (Kreis Fürstenfeldbruck) hat es mit reichlich Ideen aufgepimpt. „Die Polsterung an den Lehnen hab ich aus alten Schwimmnudeln gebastelt“, erklärt er. Damit es die Oma nicht schmerzt. Seine Großeltern durften als erstes Probesitzen. Von einer Nachbarin hat er den alten Rollator bekommen, den er beim Regionalwettbewerb München-Nord am Flughafen in neuer Form präsentiert. Das bewegliche Dach besteht aus einer „leichten“ Mülltüte – noch: „Da müssen Sie sich ein besseres Dach vorstellen“, sagt er. Westermair darf auch Probe sitzen. „Was ist das?“, fragt er mit Blick auf einen gelben Beutel an der Seite. „Da ist die Zeitung drin, wenn der alte Mensch einmal Pause machen und lesen will.“

Revolutionär ist die Erfindung von Jan Heickel: eine selbstständig alarmierende Orthese.

Die komplette Ausrüstung hat er sich für 20 Euro im Baumarkt besorgt. Der Rollator musste natürlich mit. Sonst hätten die zwei Stangen für die Regen- und Windabdeckung nicht gepasst. Schwierigkeiten hatte er bei den Bastelarbeiten im Wohnzimmer der Eltern lediglich mit dem Transportkorb. „Der Kleber hat nicht gehalten.“ Also wieder zum Baumarkt, um besseren Kleister zu besorgen.

Die besten Jungforscher qualifizieren sich fürs Landesfinale

Unertl war nur einer von 126 Schülern, die über 68 Erfindungen präsentierten. Eine Jury wertet die Ergebnisse in den nächsten Tagen aus. Die besten Jungforscher qualifizieren sich für das Landesfinale, das wiederum die Tür zur bundesweiten Entscheidung öffnet.

Große Chancen hierzu hat Jan Heckel. Der 14-jährige Schüler vom Nymphenburger Gymnasium in München hat eine Snowboard-Bindung in der Hand. Sie ist verkabelt mit zahlreichen Platinen: eine Fußorthese mit Belastungserkennung. Eine revolutionäre Erfindung, sind sich viele Beobachter sicher. Sensoren messen in Echtzeit die Gewichtsbelastung des verletzten Fußes. Auf einer Handy-App kann dann auf das Gramm genau gesehen werden, welches Gewicht der Fuß aushalten muss. Ist es zu viel, schlägt die Handy-App Alarm. „Ein Freund von mir hat sich den Fuß gebrochen und durfte ihn nur mit zehn Kilogramm belasten, da kam mir diese Idee“, erklärt Heickel.

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Schon Wochen vor den vergangenen Sommerferien hat er akribisch an seiner Erfindung gewerkelt. Einzelteile stellte er sogar im 3D-Drucker her. Er will Informatiker werden, wie sein Fachlehrer Niklas Kellner. „Er hat das alles in seiner Freizeit gemacht“, versichert der Lehrer. „Er kam dann mit den fertigen Unterlagen zu mir.“ Beruflich hat Heickel aber andere Vorstellungen: Er will später Cyber-Kriminelle jagen.

So wie er, will auch Unertl das Leben verbessern. Einen Namen hat er bereits für seine Erfindung: „RollAXU 1.0.“ „AXU sind meine Initialen“, sagt er. „Anton Xaver Unertl.“ 1.0 deshalb, weil er noch lange nicht fertig ist. „In der zweiten Ausführung des Rollators will ich die Halterungen aus Metall machen.“

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