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Schüler im Landtag: Das Parlament gehört uns!

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München - Politik ist nur was für Frauen in Hosenanzügen und Männer mit Krawatte? Von wegen. 160 Grundschüler aus Bayern schlüpften für einen Tag in die Rolle der Landtagsabgeordneten.

Von Kathrin Garbe

Basta-Politik bei den bayerischen Grünen. „Seid ihr dafür, dass Angela Merkel vor laufender Kamera Müll aufheben soll?“, fragt die 10-jährige Xenia. Ihre Idee: ein Film, in dem Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, Müll nicht auf die Straße zu schmeißen. Ihre Parteikollegen schauen sie mit großen Augen an, dann zustimmendes Nicken. „Gut, einstimmig beschlossen!“, sagt Xenia. Das Mädchen, das ein wenig aussieht wie Pippi Langstrumpf, hat es verstanden: In der Politik muss man sich durchsetzen.

Xenia aus Erlangen gehört zu 160 Grundschülern aus Bayern, die Landtagspräsidentin Barbara Stamm zum ersten Kinderparlament ins Maximilianeum eingeladen hat. Das Centrum für angewandte Politikforschung hat das Projekt entwickelt. Hautnah dürfen die Kinder üben, wie Politik geht. Sie machen es sich auf den roten Ledersitzen im Plenarsaal bequem, dürfen am Rednerpult ins Mikro sprechen und den Platz der Landtagspräsidentin einnehmen. Und sie lernen, dass Politik festen Regeln folgt.

Dann plötzlich: Enttäuschung bei den Grünen. Eine Betreuerin weist die Kinder darauf hin, dass Angela Merkel nichts mit dem bayerischen Landtag zu tun hat. In Bayern bestimmen die Bayern, weiß doch jeder. Das muss auch die selbsternannte Parteispitze Xenia einsehen. Sie liegt mittlerweile bäuchlings auf dem Boden, die bunten Sandalen baumeln in der Luft. Ganz so kompliziert hat sie sich das mit der Politik nicht vorgestellt.

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