Schüler liefern Hörbeiträge zur NS-Vergangenheit

Nürnberg - Von Jugendliche für Jugendliche: Um den Gang durch das NS-Dokumentationszentrum in Nürnberg interessanter zu machen, haben Schüler Hörbeiträge aufgenommen.

Jugendliche erzählen anderen Jugendlichen von der Zeit des Nationalsozialismus: Hörbeiträge, die Schüler selbst formuliert und gesprochen haben, sollen den Gang durch die Dauer-Ausstellung im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg für ihre Altersgenossen attraktiver machen.

Ein Jahr lang haben verschiedene Schulen aus Nürnberg und dem Umland an Beiträgen für einen neuen Jugendaudioguide gearbeitet. Eine Jury wählte aus 50 eingereichten Arbeiten die Beiträge aus, die mittels telefonhörergroßer Geräte künftig wichtige Punkte der Ausstellung akustisch erläutern sollen.

“Es war ein langgehegtes Anliegen, die Geschichte aus Sicht der Jugendlichen aufzuarbeiten“, sagte der Leiter des Dokumentationszentrums, Christian Täubrich, am Donnerstag bei der Vorstellung der Beiträge. “Wir haben ein Experiment erfolgreich abgeschlossen“, ergänzte Matthias Henkel, Direktor der Museen der Stadt Nürnberg.

Die Schüler hatten sich intensiv mit der NS-Vergangenheit befasst und mit Unterstützung von Lehrern, Historikern und Medienexperten professionelle Audio-Beiträge mit Originaltönen erstellt. Sie konnten dafür die Studios des Bayerischen Rundfunks in Nürnberg nutzen, wo auch Techniker tatkräftig halfen.

Mit gleich vier Beiträgen schaffte es ein Wahlkurs des Paul- Pfinzing-Gymnasiums Hersbruck in den neuen Ausstellungsbegleiter. Schüler, deren Arbeiten künftig via Audioguide zu hören sind, wurden am Donnerstag mit Preisen bedacht. Die Vorgaben der Jury waren streng: Spannend und informativ sollten die Beiträge sein, die Sprache sollte Jugendlichen gefallen, aber die historischen Inhalte nicht verflachen.

Im kommenden Schuljahr werden die Audioguides dann vor allem den zahlreichen Schülergruppen, die das Reichsparteitagsgelände besuchen, zur Verfügung stehen. Aber auch viele andere Ausstellungsbesucher dürften sich gerne von den jugendlichen Stimmen durch die Schau führen lassen, glaubt Täubrich.

dpa

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