Lehrer für Änderungen am G8

Zahlen alarmierend: Schüler meiden Chemie und Physik

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München - Chemie? Physik? Fehlanzeige! Immer weniger Schüler in Bayern interessieren sich für Naturwissenschaften. Die Zahlen sind alarmierend.

Der Anteil der Schüler, die Physik oder Chemie in der Oberstufe des Gymnasiums belegen, sei in den vergangenen Jahren stark gesunken, erklärte Birger Pistohl, Vorsitzender des Verbands der Chemielehrer Bayerischer Gymnasien. Nur noch jeder dritte Schüler wähle eines dieser Fächer. 2010 waren es noch zwei von drei Schülern, die eines der MINT-Fächer belegten.

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Die Klage des Fachverbands trifft sich mit Forderungen aus der Wirtschaft, Schüler mehr für MINT-Fächer zu begeistern. Die bayerische Wirtschaft hat eine MINT-Initiative an Schulen gestartet. Sie geht davon aus, dass im Jahr 2020 mehr als 230 000 Fachkräfte, vor allem Ingenieure, in Bayern fehlen werden.

Die „Bereitschaft, sich ernsthaft mit chemischen oder physikalischen Inhalten auseinanderzusetzen“, sei heute selbst bei begabten Schülern kaum vorhanden, moniert der Chemielehrer-Verband. Günther Felbinger, Bildungsexperte der Freien Wähler, führt das auf die Konzeption des G8 zurück. Das G8 biete zu wenig Zeit etwa für praxisnahe Experimente. Auch die Chemielehrer nennen als Grund für das Desinteresse die Umstellung von G9 auf G8 – „mit verheerenden Folgen für die naturwissenschaftlichen Fächer“. Wurde im letzten G9-Jahrgang 2011 jeder dritte Schüler schriftlich in Physik oder Chemie geprüft, war es 2014 nicht einmal jeder 14. Schüler. Da drei der fünf Pflichtfächer im Abitur vorgeschrieben seien (Mathematik, Deutsch, Fremdsprache), wählten die Schüler für die restlichen zwei Fächer „einen Weg, der mit minimalen Aufwand maximalen Ertrag verspricht“. Der Verband nennt hier Fächer wie Kunst, Musik oder Sport.

Zwei Änderungsvorschläge werden aufgezeigt: So könnte sich die Wahl des dritten Abiturfachs künftig nach dem Ausbildungszweig richten, also eine Fremdsprache im sprachlichen Gymnasium, eine Naturwissenschaft im naturwissenschaftlich-technologischen Zweig. Alternativ sei es denkbar, Schülern zu erlauben, statt dem Abiturpflichtfach Mathematik eine Naturwissenschaft zu wählen.  

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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