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Schüler streiken für bessere Bildung.

Schüler streiken für bessere Bildung

München/Nürnberg - Mehrere tausend Schüler haben am Mittwoch in Bayern für bessere Bedingungen an den Schulen und eine gerechtere Bildungspolitik gestreikt.

In München nahmen nach Polizeiangaben rund 1500 Jugendliche an dem bundesweiten Unterrichtsboykott teil. In Nürnberg gingen trotz der Androhung von Strafen etwa 3000 Schüler auf die Straße. Die bayerische SPD- Landtagsfraktion solidarisierte sich mit den Teilnehmern und kündigte einen Dringlichkeitsantrag an. Das Kultusministerium müsse die Schulleitungen anweisen, auf jegliche Repressalien gegen die demonstrierenden Schüler zu verzichten.

"In Bayern stinkt die Bildungsmisere wahrlich zum Himmel", sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hans-Ulrich Pfaffmann, laut Mitteilung. Die Freien Wähler forderten konkrete Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Bildungssituation. Auch Eltern verlangten mehr Geld für die Schulen: "Da werden Milliarden gegeben für die Banker, die den Hals nicht voll kriegen, und für die Bildung ist nichts da", beklagte Stefanie Albrecht aus Nürnberg, die ihre elfjährige Tochter auf der Demonstration begleitete.

Vielen der streikenden Jugendlichen waren nach eigenen Aussagen von ihren Schulen Strafen für den Fall angedroht worden, dass sie sich an dem Boykott beteiligten. Einige Lehrer hätten versucht, die Türen zu versperren und die Jugendlichen am Verlassen der Schule zu hindern. In anderen Fällen seien den Streikwilligen Verweise oder die Note 6 bei verpassten Arbeiten oder Abfragen angedroht worden. "Wir wollen zusammenstehen, keinen im Stich lassen und zur Not klagen", kündigte Jürgen Koch vom SchülerInnenbündnis Nürnberg an.

Das Kultusministerium hatte es den Schulleitungen freigestellt, wie sie auf den Streik reagierten. "Es kann sein, dass der eine Schulleiter eine Strafe verhängt und andere es bei Diskussionen belassen", erläuterte ein Sprecher. In einem Rundschreiben habe das Ministerium deutlich gemacht, "dass es von uns natürlich nicht akzeptiert werden kann, dass während der Schulzeit eine Demonstration stattfindet". Dennoch sprach Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) in München mehr als eine halbe Stunde lang mit den protestierenden Jugendlichen. Man sei in vielen Punkten ähnlicher Meinung, hieß es.

dpa/lby

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