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So protestierten am Mittwoch (12.11.2008) die Schüler in der Fußgängerzone in Nürnberg . Nun wehren sie sich gegen die ausgesprochenen Strafen.

Schüler wehren sich nach Unterrichtsboykott gegen Strafen

Nürnberg - Nach ihrem Unterrichtsboykott Mitte November wollen sich Schüler aus der Metropolregion Nürnberg gegen Strafen für die Teilnahme an der Protestaktion wehren.

An zwölf Schulen in Nürnberg, Fürth, Altdorf und Schwabach seien mehr als 250 Verweise gegen Schüler ausgesprochen worden, die sich an der Demonstration beteiligt hätten, sagte der Sprecher des "Bündnisses zur Legalisierung des Schulstreiks", Tobias Höfler. Die Schüler starteten am Dienstag eine Unterschriftenaktion bei Schülern und Eltern, um damit die Rücknahme von Verweisen und Strafen zu erreichen.

In Nürnberg waren am 12. November rund 3000 Schüler während der Unterrichtszeit auf die Straße gegangen, um für bessere Bedingungen an ihren Schulen zu demonstrieren. In München hatten sich 1500 Schüler an dem Schulstreik beteiligt. Das bayerische Kultusministerium hatte den Schulleitungen freie Hand im Umgang mit streikenden Schülern gelassen.

Nach Angaben des für die städtischen Schulen zuständigen Nürnberger Bürgermeisters Klemens Gsell (CSU) wurden in Nürnberg nur an einer städtischen Schule Verweise erteilt. Dort hätten sich die Schüler nach einer Diskussion dafür entschieden, lieber Verweise zu erhalten als den versäumten Stoff nachzuarbeiten, sagte Gsell am Dienstag. An zwei Schulen sei die Demonstration mit Diskussionen über das Grundrecht auf Meinungsfreiheit pädagogisch aufgearbeitet worden; alle anderen städtischen Schulen hätten den Stoff nachgeholt.

Der Leiter des Schwabacher Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasiums, Viktor Häusler, sagte, er sehe den Unterrichtsboykott nicht durch das Recht auf Meinungsäußerung gedeckt. "Schüler haben die Pflicht zur Teilnahme am Unterricht", sagte er mit Hinweis auf das bayerische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz. An seinem Gymnasium seien daher etwa 40 Schülern Verweise erteilt worden, die sich an dem Streik beteiligt hätten. Ihnen sei es bei dem Unterrichtsboykott ums Schwänzen gegangen und nicht darum, für bessere Bildung einzutreten.

Nach Ansicht der Schüler messen die Schulleiter bei Bestrafungen von Schülern mit zweierlei Maß. Manche Schüler würden mit Verweisen sanktioniert, andere hingegen blieben straffrei. Diese Ungleichbehandlung sei nicht hinnehmbar, sagte Schülersprecher Höfler.

dpa

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