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Ein klares Votum: Das achtjährige Gymnasium kommt bei den Schülern nicht gut an. Der Landesschülerrat will ausreichend Zeit fürs Lernen.

Schulpolitik

Schüler wollen zurück zum G9

München – Im Streit um die künftige Dauer des Gymnasiums haben sich der Landesschülerrat und die Landesschülervereinigung eindeutig für die Rückkehr zum G9 ausgesprochen.

Schüler sollen aber auf Wunsch die Möglichkeit bekommen, das Gymnasium wie bisher in nur acht Jahren zu absolvieren. Das teilten der Landesschülersprecher der Gymnasien in Bayern, Julian Fick, und Marius Kraft, Vorstand der Landesschülervereinigung, in München mit.

Die beiden Organisationen unterstützen damit das Gymnasialkonzept des Bayerischen Philologenverbands. Für „wirkliche Bildung“ brauchten sowohl Schüler als auch Lehrer ausreichend Zeit, betonte Fick. Der Stoffumfang solle bleiben und weder gekürzt noch erweitert werden.

Alternativkonzepten erteilen die beiden Schülervertretungen eine klare Absagen: Die Idee einer „flexiblen Mittelstufe“, wie sie etwa die Direktorenvereinigung zuletzt ins Gespräch gebracht hatte, sei „in der Praxis untauglich“. Weil das Konzept auf die Mittelstufe beschränkt sei, sei es unflexibel. „Dieses Konzept löst nicht wirklich die Probleme, sondern es versucht bei der gescheiterten G 8-Reform weiter zu flicken“, kritisierte Fick. „Es ist aber wenig durchdacht und führt lediglich zu noch mehr Chaos vor Ort – wie auch schon die Einführung des Flexibilisierungsjahres.“ Das Flexi-Jahr wird bislang bayernweit nur von rund 500 Schülern angenommen.

Auch das Konzept der Freien Wähler, die eine Wahlfreiheit zwischen G 8 und G 9 wollen, lehnen die Schülervertreter ab. Eine tatsächliche Wahlfreiheit wäre dann vom Wohnort abhängig, klagen sie. „Da sich viele der ländlichen Schulen für eines der beiden Modelle entscheiden müssten, gäbe es für die Schüler dort, die nur ein Gymnasium in erreichbarer Entfernung haben, in der Realität keine Alternative.“

In ihrer gemeinsamen Pressemitteilung gehen der Landesschülerrat – quasi das offizielle Sprachrohr der Schüler – und die Landesschülervereinigung mit dem derzeitigen G 8 hart ins Gericht. Sie beklagen beispielsweise ein „falsches Bildungsverständnis“. „Das Gymnasium in der aktuellen Form scheint den aus der Physik bekannten Grundsatz ,Leistung ist Arbeit durch Zeit ’ zur Berechnung des Bildungserfolges übernommen zu haben.“ Nachhaltiges Lernen bleibe dabei auf der Strecke, und auch „die eigentlich wichtige Persönlichkeitsentwicklung“ rücke in den Hintergrund.

Ein Sprecher des Kultusministeriums nannte die Erklärung der Schüler einen „Beitrag in einem gesprächsoffenen Prozess“, der in den laufenden Diskussionen behandelt werde. Auch die Schülervertreter seien in die Debatte über das künftige Gymnasium eingebunden.

mm/lby

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