In die Schusslinie geraten ist dieses Haus in Albaching. Die Kripo ermittelt. Foto reisner

Racheakt eines Anlegers?

Schüsse und vergiftete Pralinen

Rosenheim - Schüsse aufs Wohnhaus, giftige Pralinen – seit einem Jahr beschäftigt eine mysteriöse Anschlagserie in Albaching die Rosenheimer Kripo.

Die Polizei vermutet, dass es sich um gezielte Sabotageakte auf den Finanzmakler und seine Ehefrau handelt. Jetzt bitten die Fahnder um Zeugenhinweise aus der Bevölkerung. Ein Kriposprecher: „Die Sabotageakte finden nunmehr seit fast einem Jahr statt. Die Familie hat bereits Ende 2008 eine präparierte Pralinen zugesandt bekommen. Im April 2009 folgten öffentlich ausgehängte Schmähschreiben, und im Oktober wurde das Haus der Familie vermutlich mehrfach mit einer Schusswaffe beschossen.“

Nach Angaben der Polizei wurde der 55-jährigen Frau des Finanzberaters übel, als sie eine Praline aus der Schachtel probiert hatte, die an sie adressiert war. Laut BR soll sie sogar mit schweren Vergiftungssymptomen auf die Intensivstation eingeliefert worden sein.  Der Absender des giftigen Packerls wurde nie ermittelt. Unklar ist auch, was die toxikologische Untersuchung der Pralinen brachte.

Bei ihrem Zeugenaufruf konzentriert sich die Polizei auf die Schüsse, die vor kurzem auf das Haus abgefeuert wurden. Die ersten Schüsse fielen am südlichen Ortsrand von Albaching am Montag, 12. Oktober, gegen 18.45 Uhr. Die Einschläge in der Hauswand bemerkte das Paar erst später.

Eine Woche später, zwischen Montag, 19. Oktober, 22.45 Uhr, und Dienstag, 20. Oktober, 7 Uhr, feuerten die Täter erneut mehrere Schüsse auf das Anwesen ab. Dabei ging sogar eine Glasscheibe zu Bruch. Um welches Kaliber es sich handelte, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Nur so viel: Der Täter habe kein Luftdruckgewehr, sondern etwas Handfesteres benutzt“, so ein Polizist.

Der ganze Ort redet über den Fall

Natürlich wird im Ort über die Schüsse, Pralinen und Schmähbriefe geredet. „Wir hoffen, dass der Täter schnell gefunden wird“, erklärt Bürgermeister Sanftl. In den diffamierenden Schreiben, die im Ort an Tafeln oder Bäumen angebracht worden waren, wurde der Anlageberater im Zusammenhang mit der Finanzkrise als Straftäter hingestellt. Möglicherweise steckt dahinter ein Anleger, der an der Börse viel Geld verloren hat.

Beim Steckerfischessen des Sportvereins Albaching kam es im Frühjahr zu einem Eklat. Der Finanzberater stand auf, bat um Ruhe und verkündete: „Ich finde es eine unglaubliche Frechheit, was für eine Hetzkampagne hier gegen meine Familie läuft.“ Ludwig Simeth

Quelle: obv-online.de

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