Inzidenz steigt weiter an

Verwirrung um 3G-Sonderregel bei Schülern - Söder: Tests würden Kinder „überfordern“

  • Thomas Eldersch
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Während den Ferien und darüber hinaus trifft die 3G-Regel die bayerischen Schüler kaum. Eine andere Regel könnte sie aber zum Schulstart wieder an den heimischen Schreibtisch fesseln.

Update vom 24. August: Um unbedingt zu verhindern, dass der Schulstart am heimischen Schreibtisch stattfindet, setzt Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) gleich auf einen bunten Strauß an Maßnahmen. Er zeigte sich im Gespräch mit dem BR und münchen.tv zuversichtlich, dass Bayern „Schulunterricht gut gewährleisten“ könne. Das Ziel sei: „Kein Homeschooling mehr, kein Distanzunterricht mehr.“ Dazu sollen die Schüler regelmäßig dreimal in der Woche getestet werden und „anfangs“ auch weiter Masken tragen. Außerdem soll auch in der Schule geimpft werden. „Ich hätte mir ehrlich gesagt schon gewünscht, dass wir das vor dem Sommer machen können“, sagte Söder dem BR. Er kündigte auch „angepasste Quarantäne-Regeln“ an und „dass nicht nur wegen eines Falles die ganze Klasse dann in Quarantäne muss“.

Schule und Corona: Gesundheitsamt klärt Verwirrung auf

Verwirrung gab es auch bei der 3G-Regel für Kinder und Jugendliche. Das Gesundheitsministerium stellte deswegen noch einmal klar: „Angesichts der allgemeinen Schulpflicht in Deutschland kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass Kinder im Grundschulalter, wie etwa Sechs- oder Siebenjährige, automatisch von der Testpflicht befreit sind.“ Es genügt ein amtlicher Ausweis. Jugendliche könnten einen Schülerausweis oder einer Schülerdauerkarte vorlegen, so eine Sprecherin.

„Das Ministerium bestärkt den Handel und die Betreiber von Freizeiteinrichtungen gleichzeitig darin, bei der Überprüfung von Testpflichten bei Kindern mit Besonnenheit und Pragmatismus vorzugehen“, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums. „Umständliche und zeitraubende Überprüfungen“ sollten vermieden werden. Söder sagte dazu, Tests für Schüler für den Rest der Ferien würden Kinder und Jugendliche „überfordern“.

Dennoch steht das Schuljahr 2021/2022 unter einem schwierigen Stern. Dass der Umgang mit der Corona-Krise längst nicht optimiert ist, zeigt der Blick in verschiedene Schulen*.

Erstmeldung vom 23. August: München - Noch drei Wochen haben die Schüler in Bayern ihre Ruhe vor den Lehrern - und andersrum. Dann startet das zweite komplette Schuljahr während der Corona-Pandemie*. Aber schon jetzt machen sich viele darüber Gedanken, wie der Schulstart ablaufen wird. Müssen zahlreiche Schüler ihren ersten Schultag vor dem heimischen PC verbringen?

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Corona und Schule in Bayern: 3G-Regel betrifft Schüler kaum

Noch bevor es aber wieder losgeht mit dem Büffeln, sollten die Ferien noch einmal in vollen Zügen genossen werden. Dazu gehört beispielsweise auch - vor allem bei dem bescheidenen Sommerwetter in diesem Jahr - der Besuch eines Hallenbads. Aber seit dem heutigen Montag gelten die in der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossenen 3G-Regeln. Das heißt, dass ab einem Inzidenzwert von 35 beim Betreten von Innenbereichen wie im Schwimmbad, im Restaurant oder in Turnhallen ein negativer Corona-Test* vorgelegt werden muss. Dies scheint aber nicht für Schüler zu gelten.

Sorge vor erneutem Homeschooling in Bayern nach den Sommerferien wächst.

Grundsätzlich sind von der Testpflicht ohnehin Geimpfte und Genesene befreit. Und auch Kinder unter sechs Jahren brauchen keinen Test. Laut Gesundheitsministerium müssen auch Schülerinnen und Schüler keinen negativen Nachweis vorlegen. Sie würden im Rahmen des Unterrichts regelmäßig getestet. Dies gelte auch während den Ferien.

Kinder und Jugendliche aus Deutschland müssen für eine Befreiung von der 3G-Regel ein Dokument vorlegen, das den Schulbesuch beweist - zum Beispiel einen Schülerausweis oder ein Schülerticket. Es sei nicht erforderlich, dass die Kinder ein negatives Ergebnis vorweisen, so das Gesundheitsministerium in München. Schüler aus dem Ausland müssen eine Bestätigung der Schule vorlegen und beweisen, dass auch dort regelmäßig Tests gemacht werden.

Corona und Schule in Bayern: Vielen Schülern droht Wechselunterricht zum Schulstart

Wenn die Schule dann wieder startet, könnte vielen Schülerinnen und Schülern in Bayern wieder der Wechselunterricht drohen. Denn die Inzidenzwerte* in Bayern steigen seit Wochen wieder an. Ab einer stabilen Inzidenz über 100 heißt es dann wieder, pauken per Laptop und PC. Bislang würde das zwar nur die Städte Schweinfurt (101,1; Stand: 23. August, RKI) und Rosenheim (140) betreffen. In drei Wochen kann sich jedoch noch einiges ändern.

„Der inzidenzabhängige Wechselunterricht muss daher endlich aus Bayerns Corona-Verordnung gestrichen und eine überzeugende Sicherungsstrategie präsentiert werden“, sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Matthias Fischbach. Es könne nicht sein, dass getestet in Bayern so gut wie alles möglich sei - „nur in die Schule gehen nicht“. Die Corona-Verordnung müsse daher rechtzeitig vor Schulbeginn abgeändert und vom Inzidenzwert abgerückt werden. Die sozialen und psychischen Folgen der Schulschließungen seien bisher weitaus schlimmer für die Kinder gewesen als die Krankheitsgefahren durch Corona. Jetzt lauert das Gespenst des Wechselunterrichts bereits zum Start des neuen Schuljahres - trotz aller Bekundungen, Präsenzunterricht sichern zu wollen. (tel/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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