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Schulschließungen nach Weihnachten? Bayerischer Lehrerverband kann Distanzunterricht nicht ausschließen

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Von: Verena Möckl

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Der Bayerische Lehrerverband kann Schulschließungen nicht ausschließen.
Der Bayerische Lehrerverband kann Schulschließungen nicht ausschließen. © Michael Weber / IMAGO /Sybolbild

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands warnt im Interview mit Bayern 2 davor, Distanzunterricht nach den Weihnachtsferien per se auszuschließen.

München - Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV), kann die Schließung der Schulen nach den Weihnachtsferien für Schülerinnen und Schüler nicht ausschließen. „Präsenzunterricht bleibt oberste Maxime. Aber nicht auf Biegen und Brechen“, betonte sie im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2. Man wolle keinen Distanzunterricht, aber müsse kritisch darüber nachdenken, was die regionale gesundheitspolitische Lage zulasse.

BLLV-Präsidentin: „Unsere Gesundheit muss zu 100 Prozent gewährleistet sein“

Fleischmann richtete sich gegen pauschale Aussagen der Kultusministerinnen und -minister, die Schulen müssten unter allen Umständen offen bleiben. Dafür müsse man Schulen erst sicher machen. „Unsere Gesundheit muss zu 100 Prozent gewährleistet sein.“ Doch dies sei nicht in allen bayerischen Schulen der Fall. Nicht überall gebe es Lüftungsanlagen, berichtet Fleischmann. Es sei nicht gelungen, an allen Schulen für optimale Luft zu sorgen. „Auf Biegen und Brechen können die Schulen so nicht offen bleiben“, betont sie.

Verärgert: BLLV-Chefin Simone Fleischmann.
Verärgert: BLLV-Chefin Simone Fleischmann. © Peter Kneffel/dpa

In der jetzigen Lage ginge es nicht darum, was sich Lehrer, Eltern oder Schülerinnen und Schüler wünschen, sondern um die Minimierung von gesundheitliche Gefahren. „Diese Corona-Pandemie ist kein Wunschkonzert“, so Fleischmann. Daher könne sie Distanzunterricht für Schülerinnen und Schüler nicht ausschließen. Kindermediziner warnen jedoch vor erneuten Schulschließungen.

Simone Fleischmann

Simone Fleischmann ist eine Lehrerin aus München. Seit Mai 2015 ist sie Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands. Mitglied ist sie dort bereits seit 31 Jahren.

Drohen Schulschließungen nach Weihnachten? Fleischmann fordert regionale Strategie

Hybride Veranstaltungen könnten laut Fleischmann eine Lösung sein, jedoch nicht überall. Ob hybride Veranstaltungen abgehalten werden können, hänge von der Region ab. „Nicht überall kann gestreamt werden, nicht überall gibt es stabiles WLAN.“ Wichtig sei der Blick auf die regionalen Beschaffenheiten der einzelnen Schulen, auf die Zahl der Klassenräume, die Zahl der Lehrer und die Zahl der Neuinfektionen. „Wir brauchen eine regionale Öffnungs- und Schließungs-Strategie“, fordert Fleischmann. An die Gesundheitsämter wandte sie sich mit einer „großen Bitte“: Sie müssten die regionale Situation abwägen und klare Parameter setzen.

Im März dieses Jahres hatte der BLLV für Aufsehen gesorgt, als er ein Impf-Ultimatum forderte. Kritik gab es damals auch von Markus Söder. 

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