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Schulstart in Bayern: Erste Corona-Fälle bei Tests im Klassenzimmer - Schulen sagen reihenweise Skilager ab

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Von: Dirk Walter, Cornelia Schramm

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Skifahren lernen im Skilager – das geht auch in diesem Jahr nicht. das Kultusministerium hat die schulen gebeten, alles abzusagen.
Skifahren lernen im Skilager – das geht auch in diesem Jahr nicht. das Kultusministerium hat die schulen gebeten, alles abzusagen. © Stratenschulte/dpa

Gestern hat der Unterricht an Bayerns Schulen wieder begonnen – mit einer Hiobsbotschaft für viele Schüler: Auf Drängen des Kultusministeriums müssen die Schulen alle bis zu den Osterferien geplanten Exkursionen, Skilager und Berlin-Fahrten absagen.

München – Manfred Jahreis atmet tief durch. Kaum ist der Schulstart nach den Winterferien – unter doppeltem Testgebot – geglückt, hat der Leiter der Realschule Gauting (Kreis Starnberg) seinen Schülern schon wieder schlechte Nachrichten zu überbringen: Schulen sollen die Klassenfahrten absagen.

Es ist eine Anweisung des Kultusministeriums: „Aufgrund der Ausbreitung der Omikron-Variante haben wir die Schulen gebeten, alle geplante mehrtägigen Klassenfahrten bis zu den Osterferien abzusagen“, bestätigt ein Sprecher unserer Zeitung. Nur eintägige Fahrten etwa in ein Museum sind erlaubt. Es könne – im Fall, dass die Corona-Welle weiter anschwillt – „kein Ersatz für etwaig entstehende Stornokosten“ geleistet werden, betont das Ministerium.

Bayerns Schulen starten wieder - trotz Omikron-Variante und hoher Infektionszahlen

Die Enttäuschung ist riesig. „Das ist am schlimmsten für unsere Schüler: Das Skilager wurde extra schon auf März verschoben und die Studienfahrten nach Berlin und Hamburg von Oktober auf die Zeit nach Ostern“, sagt Jahreis. „Das ist traurig, weil gemeinsame Unternehmungen die Schulfamilie doch zusammenhalten – und am Ende die prägendsten Erinnerungen sind.“

So sieht es auch Claudia Reiserer, Schulleiterin des Gymnasiums Miesbach. Ein Skilager wurde hier gar nicht erst geplant. „Auch die Lateinfahrt der Achtklässler nach Regensburg im März wurde schon abgesagt.“ Ebenso die Tage der Orientierung der Zehnten Klassen in Benediktbeuern, die bereits im November stattgefunden hätten. „Wir sind froh, dass der Veranstalter das selbst abgesagt hat: Keiner schläft mit Maske – da hatte ich persönlich auch großes Verständnis für die Bedenken der Eltern.“ So haben sich die Miesbacher Lehrer um eine Alternative bemüht: „Ein Referent kommt nun für einen Tag zu uns in die Klassen.“ Es ist ein Plan B. Aber wohl einer, der den Schülern das Gemeinschaftserlebnis kaum ersetzen kann.

Kultusministerium: Schulen sollen Klassenfahrten bis Ostern absagen

Auf den Appell des Kultusministeriums haben viele weitere Schulen reagiert: Das Viscardi-Gymnasium in Fürstenfeldbruck hat alle geplanten Skikurse für die siebten Klassen abgesagt – schon zum zweiten Mal, nachdem sie vergangenes Jahr aufgrund der Pandemie ebenfalls abgesagt worden sind. Und auch das Max-Born-Gymnasium Germering hat gestern alle drei Skilager, die Berlin-Fahrt der Q11 und alle Fahrten im Rahmen des Schüleraustauschs abgesagt.

Die Infektionszahlen geben den Entscheidungen der Schulleiter allerdings recht. Denn gleich zum Schulstart gestern traten erste Infektionsfälle auf: „Ein paar positive Ergebnisse waren dabei“, sagt Reiserer. Ihr Kollege Jahreis berichtet von einem Fall – sowie sechs Schülern, die sich schon vorab wegen einer Infektion krankgemeldet haben. An der Mittelschule Erding sind zwölf Schüler wegen Corona krankgemeldet. „Zudem gab es bei den Selbsttests vor Ort zwei positive Ergebnisse“, sagt Schulleiter Stephan Treffler. „Ich glaube, dass am Wochenende tatsächlich einige Schnelltests angeschlagen haben – es war also gut, dass wir allen vorab noch mitgeteilt haben, möglichst nicht erst im Klassenzimmer den ersten Test nach den Ferien zu machen.“ (dw/sco)

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