Abiturprüfungen
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Corona-Testverweigerer sind in Bayern zu Abschlussprüfungen zugelassen (Symbolbild).

Anweisung des Ministeriums sorgt für Unruhe

Corona-Testverweigerer in Bayern zu Abschlussprüfungen zugelassen: „Habe es nicht glauben können“

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Corona-Testverweigerer dürfen in Bayern an den Abschlussprüfungen teilnehmen. Das sorgt unter anderem bei Lehrern für Proteste - doch zurecht?

München - Die Corona*-Pandemie bestimmt weiterhin das Leben der Menschen im Freistaat. Für Schüler:innen gilt seit dem 12. April eine Testpflicht. Doch diejenigen, die an weiterführenden Schulen und Berufsschulen in den kommenden Monaten ihren Abschluss machen, dürfen auch ohne vorliegendes negatives Testergebnis* an den Prüfungen teilnehmen. Das sorgt für Proteste.

Corona-Testverweigerer dürfen in Bayern an Abschlussprüfungen teilnehmen - Erhöhtes Ansteckungsrisiko?

Zahlreiche Schüler:innen aber auch Lehrkräfte hat die Weisung des bayerischen Kultusministeriums auf den Plan gerufen, wie nordbayern.de berichtet. Sie fürchten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, da die Prüfungen in geschlossenen Räumen stattfinden. Das Kultusministerium bezieht sich bei seiner Begründung des Vorgehens auf ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (BayVGH) vom 12. April. Die Ausführungen des Gerichts zur Rechtmäßigkeit der Testpflicht und die Wichtigkeit der Abschlussprüfungen hätten das Ministerium dazu bewogen, die Tests vor Prüfungen nicht als verpflichtend zu fordern.

Dem Bericht zufolge fehle die rechtliche Grundlage für einen Ausschluss der Testverweigerer. Diese machen ohnehin nur 0,3 Prozent der bayerischen Schüler:innen aus. Absolventen sind außerdem verpflichtet, während der Prüfung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Corona-Testverweigerer dürfen in Bayern an Abschlussprüfungen teilnehmen: „Habe es nicht glauben können“

Der Lehrer einer Nürnberger Fachoberschule erklärte dazu gegenüber nordbayern.de: „Als ich das Schreiben des Kultusministeriums las, habe ich es zunächst nicht glauben können, denn derzeit werden Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen in den Distanzunterricht geschickt, wenn sie nicht an den regelmäßigen Testungen in der Schule teilnehmen.“ Die Abschlussprüfungen dürften sie dagegen nun ohne ein negatives Corona-Testergebnis schreiben.

Gegenüber nordbayern.de äußerte der Lehrer aus Nürnberg* auch eine große Sorge: „Die Prüfung in Deutsch dauert fünf Stunden. Fünf Stunden in einem geschlossenen Raum mit jemandem zu sitzen, der eventuell mit Corona infiziert ist, schreckt mich ab ehrlich gesagt.“ Doch diese Angst scheint wohl unbegründet, denn: Ungetestete Schüler:innnen müssen ihre Prüfung in separaten Räumen schreiben.

Corona in Bayern: Bald mehr Impfungen für Lehrer in Nürnberg

Bisher habe es noch kein Impfangebot für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen gegeben, obwohl diese Abschlussklassen im Präsenzunterricht unterrichten, so der Lehrer weiter. Doch in Nürnberg hat sich mit Blick auf die Impfungen* zuletzt einiges getan.

Das Schulreferat hat dem Schulpersonal an weiterführenden und Berufsschulen im Stadtgebiet per Mail zugesagt, dass es sich ab 3. Mai in einem der Impfzentren der Stadt impfen lassen könne. Dafür soll es spezielle Slots für Pädagogen geben. „Das war mir wichtig, gerade für die Lehrer an den Berufsschulen, in denen alle Klassen die Abschlussprüfung ablegen, aber natürlich auch für alle anderen“, sagte Cornelia Trinkl (CSU*), Referentin für Schule und Sport der Stadt Nürnberg. Zuvor hatten sie zahlreiche Protestmails und Anrufe von besorgten Lehrer:innen, Eltern, aber auch von Schüler:innen erreicht, so nordbayern.de.

Coronavirus: Söder verspricht Freiheiten für Geimpfte

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Corona in Bayern: Lehrerverband fordert Impfungen für alle Schüler ab 16 Jahren

Im Gespräch ist dem Bericht zufolge auch, dass Schüler:innen ab 16 Jahren, die an Abschlussprüfungen teilnehmen, ein Impfangebot gemacht werden soll. Das fordert neben dem Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) auch der Bayerische Philologenverband - und zwar für alle ab 16 Jahren, nicht nur für diejenigen, die Prüfungen ablegen.

Wie weit diese Idee bereits fortgeschritten ist, dazu blieb das Kultusministerium nordbayern.de zufolge eine Antwort schuldig. Das Ministerium erklärte lediglich, dass die Nicht-Getesteten ihre Prüfung in gesonderten Räumen ablegen müssen, gleiches gelte für Schüler:innen in Quarantäne. Corona*-Positive bekämen einen Nachholtermin.

Nach Termin mit Söder: BLLV-Präsidentin mit Blick auf Impfungen für Lehrer optimistisch

Das alles ist ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand für die Schulen, insbesondere für das Personal, das die Aufsicht stellen muss. Das sagte Sandra Schäfer, Vorsitzende des Nürnberger Lehrerinnen- und Lehrerverbands nordbayern.de. Simone Fleischmann, die Präsidentin des BLLV, gibt sich nach einem persönlichen Gespräch mit Ministerpräsident Markus Söder vorsichtig optimistisch: „Der Wille, zeitnah Impftermine* für Lehrkräfte an den weiterführenden Schulen anzubieten, ist auf jeden Fall da.“ (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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