Razzia in Augsburg: Terrorverdacht gegen drei Männer

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Da geht’s lang: Dass Sportlehrer mit ihren Schülern ins Skilager fahren, wird immer seltener.

Sportlehrerverband bemerkt Trend 

Schulen verzichten immer öfter auf Skilager

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Zu aufwendig, zu teuer: Immer häufiger streichen Schulen das Skilager. Dabei können Schüler von der Woche in den Bergen profitieren. Forscher behaupten sogar: Die Zeit auf der Skipiste macht die Schüler schlauer.

Wohl kaum jemand hat schlechte Erinnerungen an das Skilager in der 7. Klasse. Tagsüber mit den Klassenkameraden über die Pisten flitzen. Mittags die durchgefrorenen Hände an einer Tasse heißer Schokolade wärmen. Und abends in der Jugendherberge bis spätnachts mit den Freunden ratschen.

Eine Woche Spaß und Bewegung, weit weg von Mathematik, Deutsch und Geschichte. Was früher an vielen Schulen selbstverständlich war, wird heute zunehmend zur Ausnahme. Denn immer weniger Gymnasien und Realschulen in Bayern fahren mit ihren Schülern zum Skifahren in die Berge. Offizielle Zahlen gibt es zwar nicht, da das Bayerische Kultusministerium keine Statistiken erhebt. Der Deutsche Sportlehrerverband (DSLV) verzeichnet allerdings einen klaren Trend.

„Die Anzahl der Skilager nimmt deutlich ab“, sagt Barbara Roth, Präsidentin des bayerischen Landesverbandes. Eine Umfrage an städtischen Schulen in München habe ergeben, dass zwar noch 13 von 15 Gymnasien im Stadtgebiet ihren Schülern ein Skilager anbieten, aber nur noch jede zweite Realschule. Bayernweit lasse sich diese Entwicklung feststellen, sagt Roth. Ihre Sportlehrer-Kollegen melden immer häufiger: Skilager gestrichen.

Gründe dafür gibt es allerhand. Einerseits der organisatorische Aufwand: Übernachtung, Fahrt und Rahmenprogramm müssen geplant werden. Und wer ersetzt die Lehrer, die die Klassen begleiten? Auch der finanzielle Aspekt spielt keine unwesentliche Rolle. Unterkunft, Verpflegung, Skipass und die nötige Ausrüstung – das kann schnell teuer werden. Zwischen 215 und 460 Euro kostet eine Skiwoche, je nach Unterkunft und Transportmittel.

Barbara Roth kennt diese Argumente nur allzu gut, gelten lassen will sie Bayerns DSLV-Präsidentin nicht. Ausrüstung könne man heutzutage günstig vor Ort ausleihen, einige Schulen richten gar eigene Depots für gebrauchte Skiausrüstung ein. Kindern aus finanziell schlechter gestellten Familien kann die Teilnahme zum Beispiel durch Spenden des Schul-Fördervereins ermöglicht werden. Und viele Skigebiete haben sich mittlerweile mit preiswerten Tageskarten auf Schulklassen eingestellt. Alles in allem, überschlägt Roth, sei eine Woche Skilager im Schnitt gerade mal 60 bis 70 Euro teurer als eine Woche Schullandheim. Bleibt: die Organisation. Roth sagt: „Es kommt letztlich auf das Engagement und die Initiative der Schule an.“

Der Aufwand lohnt sich, da ist sich Roth sicher. Die Schüler profitieren vom Trip in die Berge in mehrfacher Hinsicht. Die Kinder bewegen sich an der frischen Luft und fordern sich, körperlich und charakterlich. Jede Abfahrt ist eine neue Herausforderung, jeder gemeisterte Hang ein Erfolg. „Das motiviert und ist ein Riesenerlebnis.“

Der Mix aus Bewegung und Herausforderung wirkt sich zudem positiv auf die Schulnoten aus. Diesen Ansatz vertritt zumindest Frieder Beck, Sportlehrer, Sportwissenschaftler und Hirnforscher. Sein Credo: „Sport macht schlau.“ Beck stützt sich dabei auf internationale Studien, die belegen: Wer sich im Kindes- und Jugendalter viel bewegt, bekommt bessere Noten und ist beruflich erfolgreicher.

Über den neurophysiologischen Hintergrund kann Frieder Beck eine Viertelstunde referieren. Alles ziemlich kompliziert. Vereinfacht ausgedrückt: Beim Sport schüttet der Körper Stoffe aus, die für die Entstehung neuer Synapsen im Gehirn verantwortlich sind und „höchste Relevanz für Lernvorgänge“ haben.

Besonders wichtig dabei ist Dopamin. Sportliche Herausforderungen kurbeln das Dopaminsystem an. „Wenn wir diese Herausforderungen dann auch noch bewältigen, kommt es gar zu einer Dopaminflutung im Gehirn“, erklärt Hirnforscher Beck. Das wiederum regt Konzentrations- und Lernfähigkeit an, sowohl kurz- als auch langfristig. Und Herausforderungen bietet der Skisport reichlich. Beck sagt: „Skifahren ist gesundes Doping fürs Gehirn.“

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