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Urlaubsstart vor Schulschluss: Werden Eltern erwischt, müssen sie mit Bußgeldern rechnen.

Schulferien: Frühstart kann teuer werden

Manche Eltern können den Ferienbeginn nicht abwarten. Noch vor dem letzten Unterrichtstag fliegen sie mit ihrem Kind in den Urlaub. Werden sie bei einer Kontrolle erwischt, kann das bis zu 1000 Euro Bußgeld pro versäumtem Schultag kosten.

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Neu-Ulm: Ferienverlängerung kostet 225 Euro Bußgeld

Jedes Jahr vor den Ferien ist der vorgezogene Start in den Urlaub ein Thema in den Landratsämtern. Das Fernbleiben vom Unterricht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, das die Behörden mit einem Bußgeld bestrafen können. Die Höhe liegt im Ermessensspielraum der einzelnen Landratsämter. Dabei geht die Spannweite in Bayern weit auseinander. Das Landratsamt Neu-Ulm erhebt für jeden Fehltag ein Bußgeld in Höhe von 225 Euro. Vergleichsweise günstig ist das Blaumachen im Kreis Dachau. Für die „ferienverlängernden Schwänzereien“ verlangt das Landratsamt eine Gebühr von 50 Euro pro versäumtem Schultag. „Zehn bis 20 Fälle habe wir im Jahr“, sagt der Sachgebietsleiter für Kommunale Angelegenheiten, Max Kagerer.

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen können je nach Fall bis zu 25 Euro Bußgeld anfallen. Dazu kommen noch Nebenkosten. „Die sind dann fast nochmal genau so hoch“, sagt Lothar Lehner vom Landratsamt. Zehn bis 30 Euro fallen im Landkreis Freising bei unerlaubtem Fernbleiben vom Unterricht an. Jedes Jahr melden Schulen Eltern, die sich mit ihren Kindern vor Schulschluss in den Urlaub verabschiedet haben, berichtet Thomas Jahn vom Landratsamt Freising.

Die Landkreise Miesbach und Traunstein entscheiden über die Höhe des Bußgelds je nach Schwere des Falls. „Der gesetzliche Rahmen liegt zwischen fünf und 1000 Euro pro Tag“, berichtet Birgit Heim vom Landratsamt Traunstein. „Wenn jemand zum ersten Mal auffällt, langen wir sicher nicht gleich in die Vollen.“ Würden sich die Vorfälle aber häufen, steige entsprechend das Bußgeld. „Da kann sich ganz schön was ansammeln“, so Heim. Teuer ist das Blaumachen auch im Kreis Landsberg am Lech. Hier werden Bußgelder nicht pro Tag, sondern pro Verfahren erhoben. Die Kosten hierfür: „Ab 100 Euro aufwärts“, sagt Christof Weh, zuständig im Landratsamt für Schulversäumnisse.

Muss das Kind wegen eines besonderen Grunds – zum Beispiel der 80. Geburtstag der Oma – einmal vom Unterricht befreit werden, rät Nicole Steinbach, Sprecherin des Kultusministeriums, das Gespräch mit dem Schulleiter zu suchen. Doch der günstige Flug sei sicherlich kein Grund zum Fernbleiben. „Die Schulpflicht sollte ernst genommen werden“, fordert Steinbach. Die meisten Eltern hielten sich auch daran. Denn eine eklatante Zunahme von Schulschwänzern vor den Ferien sei in den vergangenen Jahren nicht zu beobachten gewesen.

Von Mieke Meimbresse

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