Schock-Szenen auf B16

Todes-Schuss in Nittenau auf Auto: Polizei hat Verdacht - und untersucht mehrere Jagdgewehre

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    Lukas Schierlinger
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Zwei Männer fahren mit dem Auto über die B16 aufs Land. Plötzlich platzt eine Scheibe. Der Beifahrer sackt in sich zusammen - und ist tot. Die Kripo nennt nun die Tatwaffe.

Update 15. August, 10.25 Uhr: Ermittlungen laufen weiter

Die Obduktion am Montag hat nun zweifelsfrei ergeben, dass der tödliche Schuss aus einem Jagdgewehr kam. Die Polizei hat daraufhin sämtliche Jagdgewehre von Jägern, die in der Nähe der B16 auf Wildschweinjagd waren, sichergestellt. Nun sind die Gutachter gefragt. Die Polizei teilt mit:

„Schussexperten des Bayerischen Landeskriminalamts beschäftigen sich derzeit intensiv mit der Frage, ob das Projektil einem der sichergestellten Jagdgewehre zugeordnet werden kann.“

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Update 14. August, 16.58 Uhr

Nittenau/Regensburg - Der getötete Beifahrer in der Oberpfalz ist von einem Geschoss aus einem Jagdgewehr getroffen geworden. Das habe die Obduktion des Leichnams ergeben, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der 47-Jährige war am Sonntag während einer Autofahrt in Nittenau (Landkreis Schwandorf) auf dem Beifahrersitz plötzlich zusammengesackt. Zuvor war die Fensterscheibe zerborsten. Der Fahrer des Autos versuchte vergeblich, dem verletzten Mann zu helfen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks waren nahe der Bundesstraße 16 mehrere Jäger unterwegs. Die Polizei stellte mehrere Jagdgewehre sicher. Ob das Projektil einem dieser Gewehre zugeordnet werden kann, war zunächst unklar. Nähere Erkenntnisse sollte ein Schussgutachten eines Sachverständigen des Landeskriminalamts liefern.

Nach Einschätzung der Jagdvereinigung Nittenau wurde der 47-Jährige von einem Querschläger getroffen. „Es muss ein tragischer Unfall während einer Erntejagd gewesen sein“, sagte der Vorsitzende Otto Storbeck der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag). Bei dieser Jagdvariante umstellen die Jäger ein Feld, in dem Wildtiere nach Nahrung suchen.

Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands sind im vergangenen Jahr zwei Menschen durch Schusswaffen bei der Jagd gestorben und zwei verletzt worden. Im Jahr 2016 seien neun Menschen verletzt worden.

Erst Mitte Juli war es in Thüringen zu einem tödlichen Jagdunfall gekommen. Ein 56-jähriger Jäger wurde bei einer Erntejagd in einem Feld bei Unterwellenborn von einer Kugel getroffen und starb. Wenige Tage zuvor war ein sechsjähriges Mädchen in einer Kleingartenanlage im thüringischen Großsaara angeschossen worden und musste operiert werden. Im März hatte ein 76-jähriger Jäger im Landkreis Celle in Niedersachsen lebensgefährliche Verletzungen erlitten, als sich aus dem ungesicherten Gewehr seines Schwiegersohnes ein Schuss löste.

Update 14. August, 08.43 Uhr

Nittenau/Regensburg - Nach Ansicht der Jagdvereinigung Nittenau ist der 47-Jährige von einem Querschläger getroffen worden. „Es muss ein tragischer Unfall während einer Erntejagd gewesen sein“, sagte der Vorsitzende Otto Storbeck der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag). 

Bei dieser Jagd-Variante umstellen die Jäger ein Feld, in dem Wildtiere nach Nahrung suchen. „Wenn man keinen Kugelfang hat, dann schießt man auch nicht“, so Storbeck weiter. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten am Dienstagnachmittag den aktuellen Stand der Ermittlungen bekannt geben.

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Update 14. August, 07.08 Uhr

War es das tragische Ende einer Wildschweinjagd? Die ermittlende Kriminalpolizei Amberg geht mittlerweile davon aus, dass der am Montag verstorbene Mann durch die Waffe eines Jägers zu Tode gekommen ist. „Die Obduktion hat ergeben, dass der Mann durch ein Projektil aus einem Gewehr getötet wurde“, sagte ein Sprecher am Dienstag.

Derzeit seien die Beamte dabei, die Jäger zu überprüfen, die zum Tatzeitpunkt bei Nittenau unterwegs gewesen seien. Das berichtet mittelbayerische.de. „Es gibt einen Leitsatz und der lautet: In Richtung Straße schießt man nicht“, wird ein erfahrener Jäger aus dem Landkreis Schwandorf zitiert.

Elf Jäger sollen unbestätigten Berichten zufolge an der Drückjagd bei Nittenau beteiligt gewesen sein. Nun hat die Polizei offenbar deren Waffen und Munition sichergestellt.

Erstmeldung

Am Sonntagvormittag zerbarst an einem Kia, der auf der B16 von Regensburg in Richtung Nittenau fuhr, die Scheibe der Beifahrertüre und der Beifahrer sackte zusammen. Er starb kurz danach - offenbar an einer Schussverletzung. Wie konnte es dazu kommen?

Das Polizeipräsidium Oberpfalz berichtet den Hergang so: Gegen 10:10 Uhr fuhr ein 61-jähriger Mann aus Regensburg mit einem 47-jährigen Beifahrer, ebenfalls aus Regensburg, mit seinem Pkw auf der B16 von Regensburg aus kommend in Richtung Nittenau. 

Kurz vor Nittenau zerbarst plötzlich die Scheibe der Beifahrertüre und der Beifahrer sackte in sich zusammen. Der 61-jährige Fahrer fuhr bei der nächsten Gelegenheit an der Anschlussstelle Nittenau ab und kümmerte sich um den Beifahrer. 

Trotz einer umgehenden Information des Rettungsdienstes verstarb der 47-Jährige an der Anhaltestelle im Ortsteil Bergham.

Regensburger wollten zu Motorsport-Veranstaltung

Laut mittelbayerische.de waren die beiden Regensburger zum Automobilslalom in in Nittenau unterwegs. Offenbar handelte es sich um Motorsportfans. 

Ferner bestätigt die Polizei, dass in der Nähe der B16 eine Jagd stattgefunden hat. Bisher unbestätigten Informationen zufolge handelte es sich um eine Wildschweinjagd.

Die Vermutung liegt also nahe, dass den 47-Jährigen die verirrte Kugel eines Jägers getroffen haben könnte. Laut Polizei lege das auch die Wunde nahe. Und in diese Richtung gehen auch die Ermittlungen der Polizei.

Kripo ermittelt

Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizeiinspektion Amberg übernommen. Derzeit sind laut Präsidium die Fachkommissariate K1 Todesfallermittlungen und Spurensicherung damit befasst, die Umstände zu klären.

Die Kriminalpolizei Amberg ermittele dabei in alle Richtungen. Den Schwerpunkt bilden dabei aktuell Überprüfungen bei Jägern, die am Sonntagvormittag im Umfeld von Nittenau eine Jagd durchgeführt haben.

Könnte ein Schuss gewesen sein

Und das ist der Stand: Nach den ersten Feststellungen könnte der Verstorbene von einem Projektil getroffen worden sein. Wo genau der Mann am Körper getroffen worden ist, will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Genauere Erkenntnisse soll sowieso erst eine rechtsmedizinische Untersuchung bringen, die findet aktuell statt.

Aufgrund der bisher unklaren Situation haben die Amberger Ermittler zudem einen Schusssachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes hinzugezogen.

Um sich von der Örtlichkeit, an der nach Angaben des Fahrers die Scheibe zerbarst, ein Bild machen zu können, war zudem ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

Die Polizei abschließend: Die Ermittlungen laufen in enger Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Amberg auf Hochtouren.

kmm/dpa/lby

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