Update vom 21. Oktober, 9.29 Uhr: Im Prozess um den tödlichen Streit am Augsburger Königsplatz am Nikolaustag 2019 sollen am Mittwoch die beiden Ehefrauen der Opfer als Zeugen aussagen. Die Frauen waren damals zusammen mit ihren Männern auf eine siebenköpfige Gruppe von Jugendlichen getroffen. Nach einem verbalen Streit hatte ein 17-Jähriger damals mit einem Schlag den Ehemann der einen Frau getötet. Der 49-Jährige starb an einer Hirnblutung, da durch den Faustschlag eine Schlagader gerissen ist.
Drei junge Männer sind angeklagt, sie hatten zu Prozessbeginn am Dienstag Geständnisse abgelegt und Reue gezeigt. Bis Anfang November hat das Gericht noch eine Reihe weiterer Verhandlungstage geplant, dann könnte das Urteil verkündet werden.
Update vom 20. Oktober, 11.35 Uhr: Im Dezember 2019 starb ein Feuerwehrmann in Augsburg nach einem Streit mit mehreren Jugendlichen. Nun hat der Prozess begonnen. Der Hauptangeklagte hat den tödlichen Schlag eingeräumt. Der 17-Jährige ließ am Dienstag zu Beginn des Prozesses am Augsburger Landgericht von seinem Verteidiger eine entsprechende Erklärung verlesen.
Als er gehört habe, dass durch seinen Schlag der Mann gestorben war, sei er fassungslos gewesen, hieß es in der Erklärung des Jugendlichen. „Ich wollte niemals, dass so etwas passiert.“
Am 6. Dezember 2019 kam es zwischen zwei befreundeten Paaren und den Jugendlichen zu einer verbalen Auseinandersetzung um eine Zigarette, die ein Jugendlicher von den Erwachsenen schnorren wollte. Der 17-Jährige erklärte, dass der 49-jährige Feuerwehrmann einen seiner Kumpel zu Boden geschubst habe und er selbst daraufhin gegen den Mann handgreiflich geworden sei, weil er Angst um seinen Freund gehabt habe. „Ich versetzte ihm einen Faustschlag, er ging sofort zu Boden.“ An die weiteren Ereignisse könne er sich nur verschwommen erinnern. Die Jugendlichen seien vor der Tat in der Stadt gewesen und hätten viel Alkohol getrunken. Mit seiner Erklärung schilderte der Jugendliche das Tatgeschehen weitgehend so, wie es auch in der Anklage dargestellt ist.
Erstmeldung vom 20. Oktober, 8.59 Uhr: Augsburg - Ein Verbrechen mitten in der Augsburger Innenstadt* sorgte im vergangenen Dezember für Aufsehen in ganz Deutschland. Ein Familienvater (49) starb bei einem Streit mit Jugendlichen. Nun beginnt der Prozess.
Der 49-Jährige starb am Nikolaustag 2019. Nun stehen ab Dienstag (9 Uhr) drei junge Männer vor der Jugendkammer des Augsburger Landgerichts. Der Hauptangeklagte muss sich wegen des Todes des Familienvaters verantworten.
Der damals 17-Jährige soll den Mann mit einem einzigen Faustschlag umgebracht haben. Ihm wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Dem Familienvater riss durch den wuchtigen Hieb eine Schlagader, er starb binnen kürzester Zeit an einer Hirnblutung. Nach Angaben des Verteidigers gibt der Angeklagte den Schlag zu. Die Tat hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Da der Getötete Mitglied der Berufsfeuerwehr* in Augsburg* war, hatten auch Mitglieder anderer Feuerwehren in Deutschland dem Mann gedacht.
Am Abend des 6. Dezember 2019 waren zwei befreundete Paare nach einem Besuch des Weihnachtsmarktes am Königsplatz auf eine Gruppe Jugendliche getroffen. Es entwickelte sich ein Streit zwischen den zwei Männern und insgesamt sieben Jugendlichen. Auslöser war nach den Ermittlungen, dass ein Jugendlicher eine Zigarette schnorren wollte.
Nach der Tat gab es ein wochenlanges juristisches Tauziehen um die Haftbefehle. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen den 17-Jährigen wegen Totschlags und gegen seine sechs Begleiter wegen Beihilfe dazu erwirkt. Doch nach der Beschwerde eines Beschuldigten stellte das Bundesverfassungsgericht fest, dass der Haftbefehl rechtswidrig war. In der Folge rückte die Staatsanwaltschaft vom Vorwurf des Totschlags ab.
Dem Hauptangeklagten wird zusammen mit zwei anderen aus der Gruppe ebenfalls vorgeworfen, gemeinschaftlich den Begleiter (50) des Getöteten verprügelt zu haben. Das Trio muss sich daher wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verantworten. Das Gericht hat insgesamt acht Verhandlungstage vorgesehen, das Urteil könnte Anfang November verkündet werden. (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.
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